Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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  • 22.09.2017

    SPIELZEIT 2017/18 Programmübersicht

    Mobilität und Migration im 21.Jahrhundert, spartenübergreifende zeitgenössische Künste von Grönland bis Südafrika und Visionen für die Kulturinstitution der Zukunft

    Vom 5. bis zum 14. Oktober ist auf Kampnagel OPENHAUS: für ein diverses Publikum sowie für Kunst und Diskussion über Migration und Mobilität. Zur Spielzeiteröffnung sind Künstler*innen und Denker*innen aus unterschiedlichsten Kontexten eingeladen. Das Tanzstück FRACTUS V des international gefragten marokkanisch-belgischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui ist ab dem 11. Oktober der Auftakt auf der großen Bühne. Tänzer*innen und Musiker*innen aus verschiedenen Ländern treten miteinander in Dialog schaffen einen Raum, in dem Identitäten konstant neu erfunden werden.

    Experten*innen im Inszenieren unterschiedlicher Identitäten sind auch die Darsteller von Regisseurin Monika Gintersdorfer, die zur Spielzeiteröffnung ab 5. Oktober zum ersten Mal mit ihrer neuen Gruppe La Fleur auf Kampnagel ist. DIE SELFMADE-ARISTOKRATIE basiert auf Balzacs „Mädchen mit den Goldaugen“ und im Team von La Fleur finden die Romanfiguren aktuelle Entsprechungen: Sie stammen aus der Elfenbeinküste und den Pariser Banlieues. In den Metropolen des Westens begegnen sie Luxus und Styles, aber auch einer auf Abschottung beruhenden Einwanderungspolitik und einer unsichtbaren Klassentrennung, die ihrem sozialen Aufstieg im Wege steht. Eine Romanvorlage, »Wesire und Konsuln« von Nobelpreisträger Ivo Andric, überträgt auch das österreichische Performance Kollektiv God‘s Entertainment in seiner neuen Arbeit CONVAKATARY KONAK auf das heutige Europa und macht die Bühne zum partizipativen Begegnungsraum zwischen Ost und West. (12.-14.10.). Ein kollektives Erlebnis wird auch die 60-stündige ÜBUNG IN TRAUER von Regisseurin Maria Magdalena Ludewig, die sich mit verschiedenen Trauerritualen beschäftigt und dazu u.a. Documenta Künstlerin Georgia Sagri eingeladen hat. (ab 12.10.)

    Im Rahmen der Spielzeiteröffnung präsentiert das Laboratorium QUEERS IN EXILE über drei Tage Arbeiten von queeren Künstler*innen, die erst im Exil den Mut und die Möglichkeit gefunden haben, sich künstlerisch und aktivistisch auszudrücken.

    Vom 23. bis zum 25. 11. bietet Kampnagel auf der CONFERENCE ON MIGRATION AND MEDIA AWARENESS zum ersten Mal ein Forum für internationale Medienpraktiker*innen, Journalist*innen, Politiker*innen sowie Menschen mit und ohne Flucht- und Migrationserfahrung. Initiator ist Larry Moore Macauley, Gründer des Refugee Radio Networks, der dazu einlädt, über Pluralismus in den Medien und Meinungsbilder in Zeiten der „Post-Welcome-Kultur” zu diskutieren.

     

    Weltweit bekannt für ihr außerordentliches Geschick im Umgang mit Medien sind die Yes Men. Die Superstars der amerikanischen Aktivistenszene, die sich seit fast zwei Jahrzehnten mit ihrer Aktionskunst für eine bessere Welt engagieren, gelingt es immer wieder, globale Aufmerksamkeit für ihre Themen zu entfachen. Am 7. November geben sie im Rahmen des Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung einen Workshop auf Kampnagel.

    Eine philosophische Analyse unserer Gegenwart liefert am 13. Dezember der französische Star-Philosoph Alain Badiou in einer neuen Gesprächsreihe mit dem Passagen Verlag, die im Frühjahr 2018 mit Jacques Rancière fortgesetzt wird.

    Auf der großen Kampnagel Bühne sind in der Spielzeit 2017/18 internationale Weltstars zu Gast wie der britische Choreograf Akram Khan (UNTIL THE LIONS 25.-28.01.), die belgische Compagnie Rosas von Anne Teresa de Keersmaeker (RAIN 16. & 17.03.) und Alain Platel, der Mozarts Requiem als Vorlage für eine neue Arbeit mit dem Komponisten Fabrizio Cassol nutzt (REQUIEM 5.-7.04.). Im Mai ist Kampnagel-Stammgast und neuer Volksbühnen Residenz-Choreograf Boris Charmatz mit seiner Arbeit Danse de Nuit zurück in Hamburg.

    Vom 30.11. bis zum 2.12. zeigt Kampnagel Milo Raus FIVE EASY PIECES, ein Stück mit Kindern über den Kindermörder Marc Dutroux, das als eine der bemerkenswertesten Inszenierungen 2017 zum Theatertreffen eingeladen wurde. Außerdem gibt es zum Kinostart von Milo Raus Dokumentarfilm »Das Kongo Tribunal« im November im Anschluss an ein Film-Sreening auf Kampnagel eine Diskussion mit den Protagonist*innen sowie eine Virtual Reality-Installation.

    Vom 8. bis zum 14. Dezember findet die vierte Ausgabe des biennalen NORDWIND Festivals statt. Unter dem Titel »Songs of a melting iceberg – Displaced without moving« wagt es einen geografischen Spagat von Nord nach Süd. Im Fokus stehen Künstler*innen mit indigenen Wurzeln aus arktischen Regionen sowie aus afrikanischen Ländern, die viele Jahrzehnte lang das Dilemma teilten, in der westlichen Kunstwelt entweder als zu assimiliert oder als zu sehr der eigenen Tradition verhaftet bewertet zu werden. Gezeigt wird beispielsweise eine Arbeit der norwegischen Nationalcompagnie Carte Blanche mit der marokkanischen Choreografin Bouchra Ouizguen (JERADA 14.-16.12.). Außerdem wird vom 8. bis 16.12. das Märtyrermuseum des dänischen Künstlerkollektivs The Other Eye of The Tiger installiert, das sich epochenübergreifend mit den Taten, dem Leben und den Toden von Märtyrer*innen auseinandersetzt von Jeanne D'Arc bis zu den Attentätern von Paris. Deshalb entfachte die Ausstellung schon vor der Eröffnung in Kopenhagen 2016 einen Skandal.

    Dem Zusammenhang zwischen Science Fiction und Kunst, in der technologische Entwicklungen zu neuen gesellschaftlichen Entwürfen weitergedacht werden, widmet sich im Februar der interdisziplinäre Schwerpunkt FUTURISM (u.a. mit Rashaad Newsome, Ming Wong, Moreshihn Allahyari) und fragt nach Zusammenhängen sowie dem utopischen Potential von Afro-, Arab- und Asian Futurisms.

    Als wichtigster Ort für zeitgenössischen Tanz in Hamburg richtet Kampnagel im Februar den Fokus speziell auf dieses Genre. Der Fokus Tanz 2018 stellt sich konkret dem politischen Moment im Tanz und präsentiert neben neuen Arbeiten der New Yorker Künstlerin Sarah Michelson, des serbischen Choreografen Saša Asentic und des chilenischen Choreografen, Anthropologen und Soziologen Jose Vidal ein umfangreiches Vortrags- und Workshop Programm, das aktiv zum Mitmachen einlädt.

    Für die achte Ausgabe des LIVE ART FESTIVALS Anfang Juni 2018 stellt Kampnagel sich die Frage nach der Theaterinstitution der Zukunft und nutzt als Vorlage das utopische Modell FUN PALACE des britischen Architekten Cedric Price.

    Kampnagel setzt in der Spielzeit 2017/18 die kontinuierliche Zusammenarbeit mit vielen Hamburger Künstlerinnen und Künstlern fort, mit Uraufführungen u.a. von Jenny Beyer, Antje Pfundtner, Jessica Nupen, Benjamin van Bebber, Manuel Muerte und Helen Schröder.

    Unter dem Konzertlabel [k]Tunes haben sich Reihen wie Oriental Karaoke und Kick-Ass-Queereeoké zu Erfolgsformaten etabliert und werden in der Spielzeit 2017/18 ebenso fortgeführt wie die Kooperationen Überjazz  und die Neue Musik-Reihen Greatest Hits und Klub Katarakt.

    Spielzeitübersicht 2017/18 als PDF-Download

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