Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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  • 22.09.2020

    Frie Leysen, belgische Kuratorin, Festivalgründerin und Ikone des Welt-Theaters, ist gestorben

    Frie Leysen war die einflussreichste Pionierin der internationalen Performancekunst und ein Vorbild für Generationen von jungen Künstler*innen und Kurator*innen. Neugierig, reisewütig, rastlos und zugewandt interessierte sie sich für Grenzen nur, um diese mit ihrer Arbeit im besten Sinn zu sprengen. Beim Kuratieren war sie immer auf der Suche nach neuen Ästhetiken, dem Unbekannten, dem viel Versprechenden. Bereits durchgesetzte Künstler*innenpositionen überließ sie gerne anderen; auf ausgedehnten Reisen schaute sie lieber hellwach abseits der ausgetretenen Kuratorenpfade, um unbekannten Künstler*innen Auftritte auf der Weltbühne zu verschaffen. Sie begleitete künstlerische Karrieren als Komplizin, beurteilte einzelne Arbeiten immer als Teil eines Gesamt-Werks, verteidigte Arbeiten leidenschaftlich gegen Kritik und kritisierte mit Leidenschaft. Und sie setzte neue Künstler*innen durch, indem sie mit ihrer Überzeugung auch Kolleg*innen und Publikum überzeugte und mitriss. Frie Leysen war mutig und radikal, hat den transnationalen Dialog auf große und kleine Bühnen gebracht, sie hat Räume im Stadtraum für die Kunst erschlossen und die Stadt zur Bühne gemacht. Und obwohl sie ein Leben mit großer Geschwindigkeit über viele Kontinente führte, gibt es niemanden, der sich soviel Zeit nahm - für intensiven Austausch und lebenslange Dialoge. Frie, unser Dialog wird uns sehr fehlen. Aber er wird weiterleben, weil er eingeschrieben ist in unsere Arbeit, die es ohne Dich nicht geben würde.

    Frie Leysen gründete 1980 das Kunstzentrum deSingle in Antwerpen und 1994 das kunstenfestivaldesarts in Brüssel. Es folgten Stationen im arabischen Raum, in Korea, als Programmdirektorin von Theater der Welt, bei den Berliner Festspielen und den Wiener Festwochen. Am 22. September ist sie mit 70 Jahren verstorben.

    Amelie Deuflhard, Andras Siebold

     

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