Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

Transtronica Festival

 
  • Saeleen Bouvar
    © Frederik Busch
  • © Illustrationen: Teo Louk

Der Salon Queertronique feiert sein fünfjähriges Bestehen mit dem TRANSTRONICA Festival, einem 3-tägigen Musikspektakel voller visionärer Trans*Künstler*innen. Der Salon ist ein Kultur- und Clubprojekt der DJ und Musikerin Saeleen Bouvar und entstand zur Visibility von Trans*Musiker*innen, die gemeinsam ihre Version queerer Musikgeschichte gaben. Er ist seit 2019 ein fester Bestandteil der Clubreihen auf Kampnagel. Das TRANSTRONICA Festival ist das erste Musikfestival mit einem reinen Trans*LineUp. Drei Abende lang hat das Publikum die Möglichkeit, eine handerlesene Auswahl von Trans*Musiker*innen zu hören, zu sehen und gemeinsam Sichtbarkeit fernab der Geschlechterkonstrukte zu feiern. Die Salonnière Saeleen Bouvar führt durch eines der wohl wichtigsten Musikevents des Jahres 2022.

Hinter der Idee des Musikevents stand zunächst die mangelnde Sichtbarkeit von Trans*Weiblichkeiten innerhalb der Clubkultur im Vordergrund. Egal wo wird, wie auch sonst im öffentlich-misogynen und besonders transmisogynen Diskurs ersichtlich, Trans*Weiblichkeit in ein Reich der sexuellen Ausschweifung und des Fetisches situiert. Auch in der queeren Clublandschaft bekommt das Thema Trans*Visibility keinen besonderen Stellenwert. Es wird regelrecht akzeptiert, dass keine Trans*DJs gekannt werden und dadurch die Unsichtbarmachung erklärt, gefestigt und moralisch legitimiert. Mit der Entstehung des Salons wurde Saeleen Bouvar die Weite und Relevanz des Themas erst bewusst, denn gerade Trans*Personen wurden aus dem kulturellen Gedächtnis exiliert. Bereits Ende der 60er Jahre machten Trans*women of colour durch die Stonewall Riots das Gesetz zum Verbot gleichgeschlechtlicher Tanzpartner zunichte und ebneten so den Weg für den Disco Club. Die gesamte Disco-Bewegung entstand im Westen, in den Trans*Frauen aus den Militärdiktaturen Lateinamerikas und Südeuropas flüchteten. Sie prägten maßgeblich die sexuelle Offenheit innerhalb der Ästhetik der 70er Jahre, öffneten eigene Cabarets und Travesti-Shows, von denen sich gern so mancher Pop-Produzent Inspiration für Musikvideos für das breitere Publikum holte. Es war eine schwarze Trans*Frau, die das House-System der Ballroom-Szene etablierte. Trans*Personen waren und sind also schon immer für unsere Club- und Musikkultur unablässlich. Daher ist es an der Zeit, ihnen wieder das Mikrofon in die Hand zu geben und ihren Stimmen freien Lauf zu lassen, ihre Geschichten, ihre Klänge zu hören, ihre Visionen, ihre Körper in Bewegung zu erleben und ihre Existenz zu ehren, die für so lange Zeit verschwiegen wurde.

Mit TRANSTRONICA feiert die Salonnière Saeleen Bouvar ihren Salon. Ganz nach alter weiblicher Salonkultur hat sie dafür die drei Abende in thematische Bereiche eingeteilt. Jeder Abend trägt den Namen einer Muse, die einen Aspekt des Trans*Seins symbolisiert.

Mehr Infos zum Festival gibt es auf transtronica.com


Das Programm


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