Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Internationales Sommerfestival 2021
The Future of Code Politics – Tag 2:

u.a. mit Indigenous AI, Jillian York, Wendy Chun, M.A.M.I., CodingRights

 
  • © Clarote
Digital / Theorie / Online / Rollstuhlgerecht
  • Tickets: 3 Euro für die Teilnahme vor Ort. Online: Kostenlos.
  • Der Kauf eines Tickets berechtigt zur Teilnahme an der gesamten Konferenz in der P1. Mit dem Ticket gibt es jedoch keine Einlassgarantie für die einzelnen Veranstaltungen im Rahmen der Konferenz, diese bitte vor Ort an der Kasse oder telefonisch (040-270 949 49) separat buchen. Ohne Buchung ist der Einlass nur nach Verfügbarkeit möglich. Bitte seien Sie pünktlich, nach Beginn und bei Überfüllung keine Einlassgarantie. Fast alle Events sind auch im Livestream kostenfrei und ohne Voranmeldung auf dieser Seite abrufbar.

    HIER finden Sie alle aktuellen Informationen und Corona-Regeln für Ihren Besuch.
    Geimpft oder Genesen oder Getestet und mit Maske

  • Sa, 14.08.2021 14:00 [auch Online]
    Kampnagel – P1 Tickets

Neue Zukunftsvisionen von künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Codes.

THE FUTURE OF CODE POLITICS ist ein 3-tägiger Schwerpunkt zu neuen Perspektiven auf Technologien und ihre gesellschaftspolitischen Auswirkungen: Im Mittelpunkt der Debatte um künstliche Intelligenz, Codes und algorithmische Systeme stehen in Europa meist Fragen nach Effizienz und technischem Fortschritt – selten geht es um Resilienz und Nachhaltigkeit. Aber der Einfluss neuer Technologien auf soziale Systeme, Politiken, gesellschaftliche Prozesse und unser Zusammenleben ist nicht erst seit der Pandemie massiv. Technologien schaffen neue Realitäten und verfestigen Strukturen, die längst abgeschafft zu sein schienen. Sie können diskriminieren, haben ökologische Folgen, sind in neo-kolonialen Strukturen verankert, und das Machtmonopol über unsere Daten liegt bei großen Tech-Firmen. Diese Technologien bilden dabei aber Infrastrukturen, die unser Leben für die Zukunft ordnen und die Bedingungen unseres Zusammenlebens nachhaltig bestimmen.

THE FUTURE OF CODE POLITICS stellt darum jetzt Protagonist*innen in den Mittelpunkt, die sich genau mit diesen, für Laien oft undurchsichtigen, Strukturen kritisch und aus oft marginalisierten Perspektiven auseinandersetzen. Die eingeladenen Speaker*innen und Künstler*innen arbeiten an der Dekolonisierung von Technologien und an transfeministischen Zukunftsvisionen, und sie zeigen die gesellschaftlichen und planetaren Kosten der technologischen Infrastruktur unserer täglichen Umgebung auf.

Das Programm aus Vorträgen, Diskussionen, Workshops und künstlerischen Interventionen entsteht in Kooperation mit der Gründerin der Ethical Tech Society Lorena Jaume-Palasí, der Techniksoziologin Fiona Krakenbürger und den global vernetzten Initiativen CodingRights, Musea M.A.M.I. und Indigenous AI.


THE FUTURE OF CODE POLITICS findet in einem hybriden Setting in der Halle P1 und online im Live Stream statt. Einige Speaker*innen werden live vor Ort sein, andere per Stream dazu geschaltet, alle gestreamten Veranstaltungen können in der P1 gemeinsam geschaut werden. Für eine Teilnahme vor Ort, benötigen Sie aufgrund der kleinen Kapazität ein Ticket. Die Live Streams werden rechtzeitig hier veröffentlicht und sind kostenfrei verfügbar.
In englischer Sprache (Informationen zur Übersetzung in deutsche Laut- oder Schriftsprache folgen, diese werden aber ausschließlich im Online-Stream zur Verfügung stehen).

 

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PROGRAMM TAG 1

PROGRAMM TAG 3

PROGRAMM Tag 2:

SCOTT BENESIINAABANDAN & HEMI WHAANGA: INDIGENOUS AI AND LANGUAGE / CURATED BY INDIGENOUS AI

14:00 / 90 Min. inkl. Q&A / Livestream P1 & online
Die Geschichte der europäischen Algorithmisierung ist sehr eng mit der Geschichte des Kolonialismus und des Rassismus verknüpft und kann im Kern als eine Geschichte der Essentialisierung des Menschen verstanden werden. Der Marori Linguist, Dr. Hēmi Whaanga, beschriebt die Kolonisierung als ein Machtgefüge, das primär durch die Kontrolle und Veränderung von Gedanken, Sprache, Kultur und Realitätskonstruktionen der Kolonisierten wirkmächtig wird. Im Positionspapier von Indigenous AI fragt er: „Ist künstliche Intelligenz die neue (R)Evolution oder der neue Kolonisator für Indigene Gruppen?“ In einem Gespräch mit dem Anishinabe Künstler Scott Benesiinaabandan, bespricht Whaanga die Ansätze der Indigenen Protokolle und der Indigenous AI Working Group: Sie schlagen vor, die Entwicklung von künstlicher Intelligenz von einer ethischen Position aus zu betrachten, die indigene, ehemals Kolonisierte, Gruppen und deren Wissen ins Zentrum der Auseinandersetzung stellt.

 

JILLIAN C. YORK: SILICON VALUES

16:00 / 60 min. inkl. Q&A im Anschluss / Live in der P1 & online Livestream
Das Internet – einst scheinbar ein Raum größter Freiheit und jenseits der Kontrolle von Geld und Politik – wird heute massiv kontrolliert von Firmen und Plattformen, die mehr Macht über die Zugänglichkeit zu Information haben als jeder Staat. Die amerikanische Aktivistin und Autorin Jillian York stellt die Thesen aus ihrem kürzlich erschienenen Buch „Silicon Values” vor, in dem sie den Einfluss des aktuellen „Überwachungskapitalismus“ (S. Zuboff) auf unser Recht auf freie Meinungsäußerung untersucht und der Frage nachgeht, wie die Politiken weniger großen Tech-Firmen unsere Demokratien bedrohen.

 

WENDY HUI KYONG CHUN: DISCRIMINATING DATA

17:30 / 60 min. inkl. Q&A im Anschluss / Livestream P1 & online
In ihrem Buch „Discriminating Data“, das im November 2021 erscheinen wird, zeigt Wendy Hui Kyong Chun, wie Polarisierung ein Ziel - und kein Fehler - von Big Data und maschinellem Lernen ist. Diese Methoden, so argumentiert sie, kodieren Segregation, Eugenik und Identitätspolitik durch ihre Standardannahmen und -bedingungen. Die System-Design-Ingeneurin, Medien- und Kulturwissenschaftlein Wendy Chun, stellt die wesentlichen Thesen aus ihrem Buch vor und plädiert für alternative Algorithmen, Vorgaben und interdisziplinäre Koalitionen, um Netzwerke zu desegregieren und ein demokratischeres Big Data zu fördern.

 

EROTICS OF EXTRACTIVISM CALL CENTER by CENEXXX.CL (CENTRO DE ESTUDIOS DE LA NATURALEZA EXTRACTIVA) / CURATED BY M.A.M.I. & CODINGRIGHTS

ab18:30 bis 20:30 geöffnet / Installation im Westfoyer
In einer Installation im Westfoyer eröffnet ein virtuelles Callcenter, das jeweils eine Person mit einem Telemarketing-Operator in Chile verbindet. Am Telefon werden die technologischen Umgebungen und Konsumgewohnheiten der Teilnehmer*innen analysiert. Und die konkreten Auswirkungen dieser auf die Minenarbeiter*innen, Umwelt und Gesellschaften rund um die Mineralstoffminen in Lateinamerika in einer möglichen Zukunft imaginiert.

 

CONSULTATIONS WITH THE ORACLE FOR TRANSFEMINIST TECHNOLOGIES by TRANSFEMINISTTECH.ORG / CURATED BY M.A.M.I. & CODINGRIGHTS

19:00 / 90 min. / Workshop. Entweder vor Ort (dafür bitte nach Ticketkauf separat telefonisch bei der Kasse anmelden, siehe Infos oben) oder online (kostenlos aber mit separater Anmeldung: HIER).
Das Oracle for Transfeminist Technologies ist eine Tarot-Session mit einem queerfeministischen Orakel und mit eigens gestalteten Tarot-Karten, das dazu anleitet, kollektiv Ideen für transfeministische Technologien aus der Zukunft zu imaginieren und anschließend zu diskutieren.
 

PROGRAMM TAG 1

PROGRAMM TAG 3


  • Konzept & Kuration: Lorena Jaume-Palasí, Lena Kollender, Fiona Krakenbürger
  • In Zusammenarbeit mit: Lucía Egaña Rojas (Musea M.A.M.I.), Suzanne Kite (Indigenous AI), Joana Varon (CodingRights)

IN ZUSAMMENARBEIT mit der Allianz Kulturstiftung
IN KOOPERATION mit der Nemetschek Stiftung und dem Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung.

MIT UNTERSTÜTZUNG VON Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.


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Kartentelefon +49 40 270 949-49
tickets@kampnagel.de