Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Künstlerische Abschlussarbeiten
Are you Happy now?:

Masterstudiengang Performance Studies Universität Hamburg

 
  • © Rubezha Vekov
Theater & Performance
  • Do, 27.06.2019 19:00
    Gruppe A
    Kampnagel – K1
  • Fr, 28.06.2019 19:00
    Gruppe B
    Kampnagel – K1
  • Sa, 29.06.2019 19:00
    Gruppe A
    Kampnagel – K1
  • So, 30.06.2019 19:00
    Gruppe B
    Kampnagel – K1

Der international ausgerichtete, interdisziplinäre Masterstudiengang »Performance Studies« wurde 2005 an der Universität Hamburg etabliert. Bislang einzigartig im deutschsprachigen Raum verbindet der Studiengang kultur- und sozialwissenschaftliche Reflexion, künstlerische Praxis und ästhetische Bildung in den Bereichen Performance, Choreografie, Theater und Tanz. Elf Absolvent*innen aus sechs Ländern zeigen in diesem Jahr an zweimal zwei Abenden ihre künstlerischen Abschlussarbeiten. Sie loten das künstlerisch Machbare aus und plündern die Schrottplätze der Theorie. Sie zerpflücken ihre Biographien, verdauen den Status quo und verzweifeln am Zuviel der Möglichkeiten. Entgegen umweltzerstörerischer Wachstumsprognosen und spätkapitalistischer Depression suchen sie nach alternativen Erzählungen. Zwischen Prekarität und unendlichem Spaß lautet die Frage: ARE YOU HAPPY NOW? und wenn ja HOW MUCH?


GRUPPE A: Grigorii Popov, Frederic Lilje, Beatrix Simkó, PAUSE, Miriam Tiefenbrunner, Katharina M. Greeven & Dinah Büchner

Grigorii Popov | Zwischenmensch
Wie fühlt es sich an, dazwischen zu sein und in diesem Dazwischen sein Leben zu organisieren? Wie lebt es sich zwischen den Welten, wenn man zu keiner dazugehört?
Zwischenmensch ist performativer Versuch und persönliche Suche im Dazwischen: eine Exploration aller erdenklichen Arten, zwischen zwei Stühlen zu sitzen, nicht Fisch, nicht Fleisch und in der Zwickmühle zu sein. VON & MIT: Grigorii Popov, Philipp Koch, Franziska Jakobi, Alexandra Seitzev 

Frederic Lilje | Immer wenn wir nebeneinander laufen, gehe ich zwei Schritte vor dir
Ein Kind und ein Erwachsener teilen sich die Bühne. Sie geben dem anderen Raum, tauschen Identitäten und stellen sich Fragen. Welche Dinge gehen zusammen? Was ist verboten? Wie frei fühlst du dich? Findest du mich komisch?
Die beiden loten ihre Komplizenschaft aus, jenseits von Verwandtschaft oder Lehrer-Schüler-Verhältnis. Wie können Machtverhältnisse ausgehebelt werden? Sind die beiden eventuell sogar Freunde? Vielleicht hat ja Detektiv Conan eine Spur…  VON & MIT: Jasper Herbst, Frederic Lilje, Franziska Jakobi

Beatrix Simkó I Die Kredenz ist im Keller (geblieben)
Die Frage der Stetigkeit und des Ablaufens der Zeit begleitet uns ein Leben lang. Was ist aber beständig in einem Leben? Ein Charakter, eine Bewegung oder ein Objekt. Oder wandeln unsere Gewohnheiten sich so schnell, dass langsam aber stetig alles, was vor fünfzig Jahren geschah, eine Erklärung braucht? Der Körper ist einer fließenden Transformation ausgesetzt. Die Kredenz ist im Keller (geblieben) setzt sich mit dem Alterungsprozess und dem Verhältnis zwischen alt und jung auseinander. Thematisiert werden wechselseitige Abhängigkeitsbeziehungen zweier Generationen. VON & MIT: Beatrix Simkó (Choreographie, Performance), Polett Kasza (Performance), Tony De Maeyer (Performance), Kotka Gudmon (Performance), Daniel Dömölky (Bühnenbild, Licht), Márk Bartha (Musik), Karin Kirchhoff (Outside Eye)

Miriam Tiefenbrunner | Perception VIII (Serie) Gedenke deiner Schwächen
Schon vor 5000 Jahren wusste die Gletschermumie Ötzi den Körper als Leinwand funktioneller Körperkunst zu nutzen. Die zweiteilige Serie Perception VIII (aku)punktiert das Annehmen von Erkrankungen und stellt die Frage nach Selbstermächtigung.
Teil I. ICD-10 F33, F41 (Aufführung 27.6.)
Rezidivierende depressive Störungen sind laut ICD- International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems durch wiederholte depressive Episoden charakterisiert. Der Beginn kann akut oder schleichend sein, die Dauer reicht von wenigen Wochen bis zu vielen Monaten. Das wesentliche Kennzeichen sind wiederkehrende schwere Angstattacken, die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Zu den wesentlichen Symptomen zählen plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle. Oft entsteht sekundär auch die Furcht zu sterben, die Angst die Kontrolle zu verlieren oder wahnsinnig zu werden.
Teil II. ICD-10 N80.3 (Aufführung 29.6.)
Endometriose: in Pschyrembel bezeichnet als ein Vorkommen von gebärmutterschleimhautähnlichem Gewebe außerhalb der Uterushöhle, das ähnlichen zyklischen Veränderungen unterworfen ist wie das Endometrium. Entstehung: nicht genau bekannt; vermutlich Folge eines pathologischen Tiefenwachstums oder Verschleppung von menstruell abgestoßenem Endometrium. Symptome: vor allem mit dem Menstruationszyklus assoziierte Schmerzen von zunehmender Intensität; bei Verwachsungen eventuell Dauerschmerzen, Kreuz- und Kohabitationsschmerzen, Sterilität, Infertilität. Therapie: bei isolierten Herden operative Entfernung, bei diffuser Metastasierung oder Inoperabilität Hormonbehandlung. 
VON & MIT: Miriam Tiefenbrunner (Performance), Philipp Koch (Tattoo Artist), Magdalena Seiwald (Akupunktur Behandlung), Kotka Gudmon (Dramaturgie), Noah Holtwiesche (Beratung)

Dinah Büchner und Katharina M. Greeven | b/w*itch
pass auf, jetzt kommen die hexen! b/w*itch verwirft die idee von der hexe als märchenfigur oder gar verstaubter geschichtsbucheintrag. als her*storische figur steht die hexe hier für widerständige, selbstbestimmte lebensweisen und wissensformen, die eine gefahr für das kapitalistische system darstellen. nach wie vor sind nicht nur frauen* mit herrschaftsformen konfrontiert, die sie tagtäglich kontrollieren und disziplinieren wollen. b/w*itch sucht nach der kontinuität der geschichte in unseren körpern und biografien, demontiert den ‘scheiterhaufen’ und findet: witch_power als die magie des widerstandes. *das sternchen markiert die soziale konstruktion von geschlecht und meint alle, die sich selbst als frauen* oder nicht-binär definieren. VON & MIT: Esther F. Adam, Lilly Bosse, Dinah Büchner, Carolina Burandt, Katharina M. Greeven, Cordula Heins, Kattalin Michelena Newiger, Raffaela Pastore, Anngret Schultze


Gruppe B:  Jon Dahl, Christopher Ramm, Verena Steiner, PAUSE, Janis Jirotka, Ilja Mirsky

Jon Dahl | far+here
It’s the appetite for space, which is one of the characteristics of America. It’s one of the things that has made us pioneers. (Martha Graham)
Schon wieder stehen wir davor, oder s+ehen wir schon immer drin. Jedenfalls hat mir jemand ins Ohr geflüs+er+: sie ruf+, die Landschaf+. Durch den Aufbruch den Wes+en haben viele versuch+, die angekündig+e Gesam+hei+ zu vollziehen, aber sie ha+ sich mit dem Horizon+ immer nur verse+z+. Dieser +anz stellt sich mal als Befreiungs- und mal als Herrschaf+s+ra+egie heraus. Dieser Appe+i+ für Raum läss+ sich schwer sä++igen. Die Schri++e dahin werden mühsam. Zwischen dem Genuss der Be+rach+ung und der Schwierigkei+ der Ak+ion bleib+ das Objek+ (dieser Körper) ein Produk+ der Verhäl+nisse. VON & MIT: Jon Dahl, Clara Marie Herrmann, Raffaela Pastore, Ursula Sapel, Ina Vöhringer

Christopher Ramm | BEYOND PRICE
„Manche Dinge kann man nicht bezahlen, für alles andere gibt es Mastercard“.
Ein Leben lang arbeiten wir. Jobs, die wir hassen, Jobs, die wir lieben. Berufe werden zur Berufung, Kolleg*innen werden zu Freund*innen und der Spaß kennt keine Grenzen mehr. Von Martin Luther bis zur Managementliteratur der Gegenwart: Wir sind eine Arbeitsgesellschaft. Dabei stellt sich doch die Frage, was liegt jenseits der Arbeit? Mit Liesl und Marie habe ich zwei Expertinnen gefunden, die eigentlich schon lange aufgehört haben zu arbeiten. Auf der Bühne stehen ein junger Performer und zwei Seniorinnen mit gemeinsam über einhundertsiebzig Jahren Arbeitserfahrung. VON & MIT: Christopher Ramm, Liesl Lappat, Marie Gieskes, Christopher Ramm, Outside Eye: Swaantje Gieskes, Bühne: Carolina Burandt, Musik: Christopher Ramm, künstlerische Beratung: Noah Holtwiesche, Su Jin Kim

Verena Steiner | conditio uliginosa
uliginosus, uliginosa, uliginosum (lat.): zum Sumpf gehörend, sumpfig, im Sumpf wachsend
Als allgegenwärtige Metapher beschreibt „Sumpf“ meist zähe oder gefährliche Zustände sowie schwierige, problematische oder auch dubiose Verhältnisse. Die Performance befragt den Sumpf als Heterotopie und setzt sich mit den Mythen des Steckenbleibens, Fiktionen des Versinkens und Phantasmen der zähflüssigen, ‚urweiblichen’ Masse auseinander. Jenseits gesellschaftlicher Zuschreibungen untersucht conditio uliginosa den Sumpf mit Hilfe choreographischer, tänzerischer und skulpturaler Mittel auf seine körperlichen, ästhetischen und politischen Dimensionen. VON & MIT: Verena Steiner (Konzept, Komposition & Performance), Franca Luisa Burandt, Kattalin Newiger Michelena (Komposition & Performance), Konstantin Buchholz, Carolina Burandt, Tanja Frank, Nágila Freitas Reis, Stephanie Schottenhamel, Antonia Silva, Ina Vöhringer (Performance & technische Unterstützung), Elli Robertson-Walker (Bühnenbild), Yvonne Peters, Vincent Dombrowski (Sounddesign)

Janis Jirotka | what if you see something you have no memory of
blinder fleck. ist der fleck, das wissen, das verloren geht, während dem erinnerungen schaffen.
weißer fleck. ist der fleck, den es noch zu entdecken gilt, den es aber eigentlich schon gibt. er ist weiß überstrichen, sodass es scheint, es gäbe es keine er nnerung an ihn. der weiße fleck ist eine frage der posit onalität.
befrage den zwischenraum der blinden flecken der erinnerung , die in die gegenwart wirken und weißen f ecken die in einem anderem licht eine farbe haben.
.the white which frames the lines
Performative Installation | VON & MIT: Janis Jirotka (Konzept + Text + Performance), Anngret Schultze (Konzept + Performance), Antonya Silva (Outside Eye)

Ilja Mirsky | a vertice: Das erste Weilchen einer Ewigkeit ohne Dauer
Wenn wir uns vorstellen, dass wir oben sind, dass wir oben an der Spitze angekommen sind und hinuntersehen auf eine Stadt, so wie ein Satellit, dann sieht diese Stadt wie ein Zellkörper aus, wie ein Zusammenschluss unzähliger kleiner Arbeits- und Lebenseinheiten: und weil wir von oben schauen, meinen wir, das Gesamtsystem verstehen zu können, einen Überblick zu haben, fast schematisch, wie eine Landkarte oder ein Schaubild eines Körperteils, einer Zelleinheit im Lehrbuch. Diese Zelleinheit will hoch, will mehr: sie benötigt noch ein bisschen Zeit. Wir werden zu einer Geschichte von Perspektiven, von Gemeinschaften, Figuren und Projektionen. Wir werden zur Geschichte der Menschheit im Universum. a vertice: Wir werden zum ersten Weilchen einer Ewigkeit ohne Dauer. VON & MIT: Ilja Mirsky (Regie, Performance), Franca Luisa Burandt (Performance), Franziska Jakobi (Performance & Dramaturgie), Fanis Gioles (Sound & Komposition), Thomas Volgmann (Sprecher & Text), Vivienne Mayer (Bühnendesign), Tanja Frank (Blick von Außen), Lukas Schädler (Dramaturgie)

 

 

 

 


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