Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Gender Medizin:
Keynote: "Reproductive Justice" von Loretta J. Ross / Panel: "Feministische Gesundheitsbewegungen Revisited“

 
  • © Loretta J. Ross
Theorie / Digital
  • Dauer: 120 Min.
  • Tickets: Eintritt frei (Mit kostenloser Anmeldung über den Webshop für den Besuch der Veranstaltungen Keynote + Panel vor Ort)  
  • In englischer Lautsprache mit englischer Schriftdolmetschung sowie deutscher Audio-Dolmetschung.

    Parallel im Zoom Webinar, Link dazu wird hier bald veröffentlicht.

  • So, 30.01.2022 13:00 [auch Online]
    Kampnagel – K2 Tickets

KEYNOTE VON LORETTA J. ROSS (30 Min.)

Reproductive Justice (deutsch: Reproduktive Gerechtigkeit) ist ein Konzept, das Anfang der 1990er in den USA von Schwarzen Feminist*innen entwickelt wurde, gut zehn Jahre nachdem 1983 fast 2000 Teilnehmende an der Black Women’s Health Issues Konferenz teilgenommen hatten. Es entstand eine breite und vielfältige Bewegung, in der verschiedene Organisationen auch anderer Communities of Color begannen, das Konzept zu nutzen. Reproduktive Gerechtigkeit erkennt an, dass Entscheidungen über Kinderkriegen und Elternschaft tief verwurzelt sind in gesellschaftlichen Machtverhältnissen. So beeinflussen Ideologien von Bevölkerungskontrolle, die Geschichte und Aktualität des Kolonialismus, Rassismus und Sexismus, wie selbstbestimmt sich Personen in diesen Fragen entscheiden können. Auch Faktoren wie Behinderung, Geschlechtsidentität, Aufenthaltsstatus oder sexuelle Orientierung sind innerhalb systematischer Unterdrückung entscheidend für die tatsächliche individuelle Selbstbestimmung. Prof. Loretta J. Ross ist eine der Mitbegründer*innen des Konzepts. Sie stellt in ihrer Keynote die Grundzüge seiner Geschichte vor und erläutert, wie Reproduktive Gerechtigkeit in Kontexten institutioneller Machtverhältnisse als Grundlage intersektionaler Allianzen dienen kann.


Loretta J. Ross ist Aktivistin, Intellektuelle und Professorin. Sie schloss sich 1978 der Frauenbewegung an, indem sie im ersten Vergewaltigungskrisenzentrum des Landes arbeitete, und ist eine der Mitbegründerinnen von SisterSong. Sie spricht, lehrt, berät und hält Vorträge zu vielfältigen Themen, darunter Reproduktive Gerechtigkeit, Appropriate Whiteness, Menschenrechte, Gewalt gegen Frauen und „Calling In the Calling Out Culture“. Derzeit lehrt sie als Professorin am Smith College zu Calling-Out-Culture und weißer Vorherrschaft. Ross ist Mitautorin von „Reproductive Justice: An Introduction“ (2017), Ko-Herausgeberin von „Radical Reproductive Justice: Foundations, Theory, Practices, and Critique“ (2017), Ko-Autorin von „Undivided Rights: Women of Color Organize for Reproductive Justice“ (2004). Sie hat zahlreiche Auszeichnungen für ihre Arbeit erhalten.


PANEL "FEMINISTISCHE GESUNDHEITSBEWEGUNGEN REVISITED" (90 Min.)

Oftmals sprechen wir mit Blick auf die 70er und 80er Jahre von „der Frauengesundheitsbewegung“. Die Bewegung, die wir damit meinen, zeichnete sich u.a. durch die Entstehung zahlreichen Frauengesundheitszentren, die Führung von Adresslisten für Abtreibungen, und Wieder-Aneignung medizinischen Wissens über den eigenen Körper aus. Das Wort „Bewegung“ steht im Titel dieses Panels jedoch bewusst im Plural, denn queere und feministische Gesundheitsbewegungen gab es historisch aus vielfältigen Gruppen und jeweils aus großer Dringlichkeit heraus. Welchen Themen wurden und werden ausgeblendet? Welche Rolle spielten beispielsweise die Anliegen behinderter Frauen in den feministischen Gesundheitskämpfen dieser Zeit, und wie steht es um heutige feministische Gesundheitsdiskurse über Behinderung? Was lernen medizin-aktivistische Gruppen heute aus vergangenen Kämpfen von trans* Aktivist*innen im Bereich Gesundheit? Wieso stehen viele Forderungen der feministischen Gesundheitsbewegungen der 80er weiterhin unerfüllt im Raum und wie vermeiden wir, uns immer wieder an den gleichen Hindernissen abzuarbeiten? Was wird wie erinnert und was nicht, was können wir aus vergangenen aktivistischen Praktiken lernen, wie kann ein kritischer Dialog und Wissenstransfer gesichert werden?


Ulrike Haase arbeitet als Trainerin für Anti-Bias-Trainings beim Zentrum für soziale Inklusion, Migration und Teilhabe - ZsIMt-Berlin. Außerdem arbeitet sie als Sozialberaterin und in der politischen Interessenvertretung von Frauen mit Behinderungen im Land Berlin, für das Netzwerk behinderter Frauen Berlin. Thematische Schwerpunkte ihrer Arbeit sind       Frauengesundheit und Behinderung im Allgemeinen, gynäkologische Versorgung von Frauen mit Behinderung im speziellen, sowie diversitätsorientierte Organisationsentwicklung zur transkulturellen Öffnung für Frauen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identitäten.

Die Feministische Gesundheitsrecherchegruppe (FGRG) vermittelt seit 2015 vermittelt ermächtigende Perspektiven auf Gesundheitssorge und gegenseitige Fürsorge in Ausstellungen, Heften und Workshops. Im Kunstfeld setzt sie sich für Räume ein, in denen wir Verletzlichkeit teilen und (Zugangs-)bedürfnisse ins Zentrum stellen. FGRG arbeitet gegen ableistische Normen von Leistungsfähigkeit und Konkurrenz, die im Kunstfeld belohnt werden. Gegenwärtig besteht FGRG aus Julia Bonn (sie/ihr, geb. 1975), Künstlerin, Körperarbeiterin und Mutter, und Inga Zimprich (sie/ihr, geb. 1979), Künstlerin, Taubblindenassistentin und Mutter.

Casa Kuà - Trans* Inter* Queer Community & Health Centre ist organisiert von trans* und nicht binären BIPoC um Gesundheit zugänglicher für andere trans, inter, nicht binäre und queere Personen zu machen, vor allem für diejenigen, die von Rassismus betroffen sind. 

Lea Dora Illmer (Moderation) studiert Philosophie und Geschlechterforschung in Basel und Zürich. Sie ist als Aktivistin, freie Autorin und Lektorin tätig. Zurzeit schreibt sie für das an.schläge Magazin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind feministische Literaturwissenschaften, Literaturkritik und die sogenannte Frauengesundheitsbewegung in der Schweiz.


Das gesamte Diskursprogramm

Gender Medizin
Panel: "Rassismus in der Medizin"
Fr, 28.01.2022 18:00

Gender Medizin
FUCKYEAH:
Pop-Up Sex Shop
Fr, 28.01. ab 18:30 / Sa, 29.01. ab 15:30 / So, 30.01. ab 12:00

Gender Medizin
Panel: "Gender Medizin"
Sa, 29.01.2022 16:30

Gender Medizin
Künstler*innen-Talk mit Brian Lobel und Catherine Hoffmann
Sa, 29.01.2022 18:15

Gender Medizin
Lehni Lamide Davies, Shona Hamilton:
"Unexpired Pleasures" Filmscreening und Q&A
Sa, 29.01.2022 19:00

Gender Medizin
Open Space: "We need a revolution, baby" - mit medizinaktivistischen Initiativen

So, 30.01.2022 16:00


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