Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Institutioneller Rassismus Teil 3: Theater:
Mit Tsepo Bollwinkel

 
Theorie / Rollstuhlgerecht
  • Di, 04.06.2019 20:00
    Kampnagel – KMH Eintritt frei

Rassismus ist kein persönliches, individuelles Fehlverhalten, sondern ein gesellschaftliches
Verhältnis. Durch Reproduktion und Perpetuation von rassistischen Stereotypen wird »rassistisches Wissen« (Prof. Vassilis Tsianos) weiter verbreitet. Die Veranstaltungsreihe INSTITUTIONELLER RASSISMUS durchleuchtet unterschiedliche gesellschaftliche Akteure mit Blick auf ihre teilweise unbewusste Reproduktion solcher Mechanismen. Unter anderem werden in dieser Reihe beispielsweise Bereiche wie Schulen, Museen, Theater und Gefängnisse auf institutionellen Rassismus kritisch untersucht.

Spätestens seit der Inszenierung von »Unschuld« am Berliner Schlosspark-Theater 2012 taucht der Begriff ›Blackface‹, kurz definiert als die Darstellung Schwarzer Menschen durch dunkel geschminkte weiße Schauspieler*innen, in Deutschland regelmäßig auf. In Hamburg kam es anlässlich einer Inszenierung von Jean Genets »Les Nègres« zu einer scharfen Debatte: Das »Schwarze Kulturfestival Hamburg« intervenierte über die gesamte Aufführungszeit in den Diskurs um Rassismus und Theater, Kolonialgeschichte und Repräsentation. Viele der Erklärungsversuche für den Griff zur schwarzen Schminke entlarven ihrerseits tieferliegende Probleme des deutschen Theaters: Wer behauptet, keine afrodeutschen Schauspieler*innen zur Besetzung der Rollen gefunden zu haben, gesteht auch ein, dass Schwarze Menschen in den Ensembles drastisch unterrepräsentiert sind. Wer ist »geeignet«, die großen europäischen Meisterwerke auf der Bühne zu verkörpern – und dies abseits der Figur des Dealers, der Prostituierten oder des Dienstboten? Geflüchtete Darsteller*innen sollen häufig unbezahlt auf der Bühne ihr Schicksal performen; internationale Künstler*innen of Color werden auf der großen Tanzbühne beklatscht, aber auf dem Weg ins Hotel von der Polizei kontrolliert; die Forderung nach einer Anti-Rassismus-Klausel in künstlerischen Verträgen zieht Panik in den Verwaltungen nach sich. Im dritten Teil der Vortragsreihe widmet sich Tsepo Bollwinkel der Geschichte sowie der aktuellen Diskussion rassistischer Strukturen im Theater. Bollwinkel arbeitet als Orchestermusiker in einem deutschen Theaterbetrieb, war 2014 aktiv an der Protestaktion in Hamburg beteiligt und ist seit über zehn Jahren aktivistisch in der Schwarzen Community tätig.
 

ALLE VERANSTALTUNGEN DER reIHE INSTITUTIONELLER RASSISMUS:

Teil 1: Polizei – mit AnwohnerInnen Initiative Balduintreppe / 22.01.2019
Teil 2: Schule – mit Saraya Gomis (Nachholtermin) / 25.10.2019
Teil 3: Theater mit Tsepo Bollwinkel / 04.06.2019
Teil 4: Justiz – mit Britta Eder / 14.11.2019
Teil 5: Wohnraum – mit Emsal Kilic/ 05.02.2020
Teil 6: Medizin – mit Dr. Amma Yeboah / 12.02.2021
Teil 7: Medien – mit Mohamed Amjahid

Weitere Vorträge im Rahmen der Selbstverpflichtung der VIELEN:

Vortrag & Diskussion: Carina Book: Der Kulturbegriff der Neuen Rechten / 20.02.2019
Vortrag: Frederik Dehnerdt: Haltung zeigen statt Zurückhaltung üben – Neutralitätsgebot und Schule / 17.04.2019

Unterstützer*in werden auf www.dievielen.de!


Selbstverpflichtungsveranstaltung im Rahmen des Bündnisses DIE VIELEN.


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