Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Spielzeiteröffnung 2019/20
We Mokhtalefs:

Ein performatives Magazin zu queerer muslimischer Subkultur

 
  • Zulfikar Ali Bhutto
  • Yousef Iskandar
  • Zulfikar Ali Bhutto as Faluda Islam by Anum Awan performing in Tomorrow We Inherit the Earth_ The Queer Intifada, CounterPulse June 22, 2019
    © Robbie Sweeny
Theater & Performance / Theorie
  • Tickets: Tagesticket: 12 Euro (erm. 6 Euro)
  • Do, 03.10.2019 19:00
    p1, kmh, k4
  • Fr, 04.10.2019 19:00
    p1, kmh, k4
  • Sa, 05.10.2019 19:00
    p1, kmh, k4

Das Konzept einer sexuellen Identität gab es vor dem 19. Jahrhundert in der islamischen Welt nicht – also auch keine Vorstellung von Heteronormativität. Doch mit der Zweiteilung der Menschen in Hetero- und Homosexuelle brachte der Westen auch die Kriminalisierung Letzterer in die islamische Welt. Viele der Gesetze, die heute noch Homosexualität in islamischen Ländern verbieten, gehen nicht auf islamische Tradition zurück, sondern auf britisches Kolonialrecht.

Der dreitägige Fokus WE MOKHTALEFS aktiviert die verdrängten Diskurse um einen queeren Islam, zeigt historische Referenzen auf, präsentiert neue Ästhetiken und kulturelle Praktiken aus dem Libanon, Marokko und Pakistan/USA. Im kollektiven Denk- und Inspirationsraum fließen Ansätze aus der akademisch-aktivistischen Arbeit und künstlerischen Praxen zusammen, um aus den muslimischen Traditionen ein queer- und trans*-positives Potenzial zu schöpfen, das Räume für Handlungsmacht und Widerstand gegen die wirkmächtigen Diskurse unserer Zeit schafft. So entsteht ein lebendiges Plädoyer für eine in vielen (nicht nur in arabischen) Gesellschaften unterdrückte Minderheit, die oft verleugnet oder unsichtbar gemacht wird.

PROGRAMM TAG 1 (DO-03.10.2019) klicken sie hier

PROGRAMM TAG 2 (FR-04.10.2019) klicken sie hier

PROGRAMM TAG 3 (SA-05.10.2019)

Ab 19:00 QUEENS COLLECTIVE (Marokko) QUEERING KITCHEN (Installation)

ab 20:00 THE ACITIVIST LOUNGE (Talk)
Sifaw und Reddad vom Kollektiv ASWAT (Aswat für den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund von Sexualität und Geschlecht) und Salma Alaoui (Dynamique Trans*) sprechen über die aktuelle Situation für LGBTIQ* Menschen in Marokko und anderen arabischen Ländern. In diesem Gespräch thematisieren sie auch die Kolonialgeschichte von Artikel 498 des marokkanischen Strafgesetzbuches. Artikel 489, der alle homosexuellen Beziehungen bestraft, wurde erst auf Veranlassung des französischen Protektorats aufgenommen, bis dahin waren queere Beziehungen in Marokko nicht strafbar. Moderation: Hadi Damien (Beirut Pride Organisator) angefragt

ab 22:00 KABAREH CHEIKHATS (Casablanca) (Performance)
Der Überraschungshit der nächtlichen Unterhaltung kommt aus Casablanca: die Kabareh Cheikhats. Unter der Leitung von Theatermacher Ghassan El Hakim zollt das 11-köpfige Ensemble Tribut an die berühmten traditionellen Folkloresängerinnen. In der marokkanischen Gesellschaft sind sie ebenso berühmt wie berüchtigt. Voller Ehrfurcht und ansteckendem Flair singen, tanzen und spielen Kabareh Cheikhats die kraftvollen Lieder über Liebe, Rebellion und grenzenlose Unabhängigkeit noch einmal nach. Sie verwenden traditionelle Kostüme, Make-up und Instrumente und erfinden die Traditionen des Widerstands und der geschlechtsspezifischen Ambiguität neu. Sie kreieren eine Partynacht wie keine andere: rasende Anarchie und empörender Spaß mit politischer Kante.

 

Überblick über gesamtes Programm:

Programm Tag 1, DO-03.10. ab 19:00 mit Installation des Queens Collective, Talk mit Leyla Jagiella (Universität Beyreuth), Performance von und mit Zulfikar Ali Bhutto

Programm Tag 2, FR-04.10. ab 19:00 mit Installation des Queens Collective, Talk mit Nuray Demir und Hengameh Yaghoobifarah und einer Performance von und mit Yousef Iskandar 

Programm Tag 3, SA-05.10. b 19:00 mit Installation des Queens Collective, Talk mit Sifaw und Reddad vom Kollektiv ASWAT und Salma Alaoui von Dynamique Trans* und einer Performance von Kabareh Cheikhats aus Casablanca 

#KunstundDiskurs #PerformativesMagazin #Queerism #Queerislam

 

 

 

 


“In a feverish atmosphere, Kabareh Cheikhats summed up the ambiguity of Moroccan society that evening” LE SOIR

Gefördert im Fonds Turn der Kulturstiftung des Bundes.


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