Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Spielzeiteröffnung 2019/20
We Mokhtalefs:

Ein performatives Magazin zu queerer muslimischer Subkultur

 
  • Zulfikar Ali Bhutto as Faluda Islam
    © Robbie Sweeny
  • Zulfikar Ali Bhutto
    © Nabil Vega
  • Nuray Demir
    © Studio Schramm Berlin
  • Hengameh Yaghoobifarah
    © Valerie Schmitt
  • Yousef Iskandar
  • Kabareh Cheikhats
    © Manon Aubel
Theater & Performance / Theorie / Rollstuhlgerecht
  • Do, 03.10.2019 19:00
    p1, kmh, k4
  • Fr, 04.10.2019 19:00
    p1, kmh, k4
  • Sa, 05.10.2019 19:00
    p1, kmh, k4

Das Konzept einer sexuellen Identität gab es vor dem 19. Jahrhundert in der islamischen Welt nicht – also auch keine Vorstellung von Heteronormativität. Doch mit der Zweiteilung der Menschen in Hetero- und Homosexuelle brachte der Westen auch die Kriminalisierung Letzterer in die islamische Welt. Viele der Gesetze, die heute noch Homosexualität in islamischen Ländern verbieten, gehen nicht auf islamische Tradition zurück, sondern auf britisches Kolonialrecht.

Der dreitägige Fokus WE MOKHTALEFS aktiviert die verdrängten Diskurse um einen queeren Islam, zeigt historische Referenzen auf, präsentiert neue Ästhetiken und kulturelle Praktiken aus dem Libanon, Marokko und Pakistan/USA. Im kollektiven Denk- und Inspirationsraum fließen Ansätze aus der akademisch-aktivistischen Arbeit und künstlerischen Praxen zusammen, um aus den muslimischen Traditionen ein queer- und trans*-positives Potenzial zu schöpfen, das Räume für Handlungsmacht und Widerstand gegen die wirkmächtigen Diskurse unserer Zeit schafft. So entsteht ein lebendiges Plädoyer für eine in vielen (nicht nur in arabischen) Gesellschaften unterdrückte Minderheit, die oft verleugnet oder unsichtbar gemacht wird.

PROGRAMM TAG 1 (DO-03.10.2019) klicken sie hier

PROGRAMM TAG 2 (FR-04.10.2019)

ab 19:00 QUEENS COLLECTIVE (Marokko) QUEERING KITCHEN (Installation)

ab 20:00 NURAY DEMIR (Berlin) (Talk)
Nuray Demir ist Künstlerin und Kuratorin im Bereich der visuellen und der darstellenden Künste. Ihre Praxis ist von einem forschenden und radikal transdisziplinären Ansatz gekennzeichnet. In ihrem Talk wird Nuray Demir die Gemälde des Orientalismus einer queer-feministischen Überschreibung unterziehen. Die Orientmalerei des 19. Jahrhunderts etablierte Stereotypisierungen, die nach wie vor präsent sind und unsere Wahrnehmung beeinflussen und formen. Die Motive eines erotischen Orients wurden größtenteils von Künstlern aufgegriffen, die den „Orient“ nie bereisten. Künstler*innen aus Deutschland, Frankreich oder England, die erotische Szenen im Hamam oder Harem malten, hatten selbst oft keinen Zugang zu diesen Räumen. Das koloniale Begehren wird in der Orientmalerei sichtbar und diese Bilder wirken bis in die Gegenwart.

im Anschluss HENGAMEH YAGHOOBIFARAH (Berlin) THE QUEER MUSLIM KILL JOY (Talk)
Kein Alkohol, kein Schweinefleisch, kein vorehelicher Sex und schon gar kein queerer: Der muslimische Spaßverderber spukt sowohl als Abgrenzungsfigur als auch in Form einer projizierten Angst in den Köpfen weißer Deutscher herum. Davon bleiben queere Kontexte nicht verschont. Sobald sie ihr Gegenüber als muslimisch markieren, sehen sie eine potenzielle Bedrohung für ihre Queerness, denn sie begreifen diese stets als (westliche) Opposition zu muslimischen Subjekten. Queere, berauschte Kanax, die machen und essen, was sie wollen, gelten als haram und meistens als Ex-Muslim_innen. In ihrem Talk widmet sich Hengameh Yaghoobifarah, in Berlin lebende Redakteurin beim Missy Magazine, freie Autorin, Referentin und DJ, der queeren muslimischen Spaßbremse.

im Anschluss YOUSEF ISKANDAR (Beirut) (Performance)
Yousef Iskandar ist ein libanesischer bildender Künstler und Performer, der mit seiner ARABURLESQUE bereits auf Kampnagel die Herzen höher schlagen ließ. Seine Visuals sind von Widersprüchen inspiriert, die in verschiedenen Gesellschaften im Überfluss vorhanden sind. Er nimmt sie in seinen Arbeiten reale Momente auf und fügt eine Portion Surrealismus hinzu, um eine neue Realität zu erschaffen. In seinen Tanz-Performances dekonstruiert er Männlichkeitsbilder und Stereotypisierungen.

ab 22:00 DUB-KE Adventures in Arab Techno

PROGRAMM TAG 3 (SA-05.10.2019) klicken sie hier

 

 

Überblick über gesamtes Programm:

Programm Tag 1, DO-03.10. ab 19:00 mit Installation des Queens Collective, Talk mit Leyla Jagiella (Universität Beyreuth), Performance von und mit Zulfikar Ali Bhutto

Programm Tag 2, FR-04.10. ab 19:00 mit Installation des Queens Collective, Talk mit Nuray Demir und Hengameh Yaghoobifarah und einer Performance von und mit Yousef Iskandar 

Programm Tag 3, SA-05.10. b 19:00 mit Installation des Queens Collective, Talk mit Sifaw und Reddad vom Kollektiv ASWAT und Salma Alaoui von Dynamique Trans* und einer Performance von Kabareh Cheikhats aus Casablanca 

#KunstundDiskurs #PerformativesMagazin #Queerism #Queerislam

 

 


Gefördert im Fonds Turn der Kulturstiftung des Bundes.


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Kartentelefon +49 40 270 949-49
tickets@kampnagel.de