Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

Drei Kampnagel-Koproduktionen zum Theatertreffen 2019 eingeladen: ORATORIUM von She She Pop, UNENDLICHER SPASS von Thorsten Lensing und GIRL FROM THE FOG MACHINE FACTORY von Thom Luz.

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Johnny Lloyd:
Funk Ex Machina feat. Samy Deluxe

 
  • © Johnny Lloyd
  • Mi, 19.01.2011 24H
    Kampnagel – K6

Beginn: 19:30 // Dauer ca 70min // Preis: 22€/17€ (erm. 8€)Vor uns das System: Tickende Stimmbomben, poppende Tanzkörper, das Superego im mikroskopischen Beat und irgendwo ein Individuum dagegen dabei. Willkommen auf dem surrealen Spielplatz von FUNK EX MACHINA. Der US-amerikanische Hamburger Choreograf Johnny Lloyd entwirft mit Samy Deluxe, fünf Tänzern (darunter Robozee, Prince und Joel Gläfke), Musikern und einem 15-köpfigen Beatbox Chor eine futuristische Welt in Bewegung mit Kostümen des Herr von Eden Chefdesigners Bent Angelo Jensen.Zum Hintergrund:HipHop ist die Kultur des Samplings, des Re-Interpretierens, der kreativen und anarchischen Kunst der spontanen Aneignung. Es ist eine Bewegung, die neue Technologien benutzte, sich vorhandene Codes und kulturelle Versatzstücke zu eigen machte und den (meist schwarzen) Ausgegrenzten im Amerika der 70er Jahre eine Stimme gab: Graffiti als Möglichkeit der Welt mitzuteilen, dass man existiert; Scratchen und Mixen von Platten als eigene Musikproduktionsform jenseits der Plattenindustrie; Rappen als Form, sich selbst oder seine Gruppe an die Stelle der weißen Erzähler der Kulturgeschichte zu setzen; und schließlich Breaking als Tanzform, die alltägliche Gewalt und den Wettkampf in Form von Battles ersetzte und sich Stile aneignete – von den schlurfenden Schritten eines James Brown über die Roboterbewegungen Michael Jacksons bis zu den Kicks aus Kung Fu-Filmen. Ohne HipHop ist die zeitgenössische Popkultur nicht zu denken, und obwohl auch HipHop von ihr vereinnahmt wurde, bleibt er eine anarchische Kunstform, die in der spontanen Aktion und unabhängig von Räumen, Ökonomien und Machtgefügen ihren Ausdruck findet.In FUNK EX MACHINA entwickelt der amerikanische Choreograph Johnny Lloyd vor diesem Hintergrund eine Welt, die von einer Atmosphäre der Auseinandersetzung und der Kontrolle von Außen bestimmt ist, und sampelt und übersetzt Grundformen des HipHop in einen zeitgenössischen Tanz-Kontext. Xperimental (ein zeitgenössischer, ästhetischer HipHop Stil mit fließenden Bewegungen), Krumpin’ (ein expressiver, aggressiver Stil) oder Poppin’ (eine der ersten Tanztechniken des HipHop mit roboterhaften Bewegungen oder Puppet-Steuerungstechniken) – all dies sind ursprünglich individuelle Stile, die Lloyd zusammenmixt, synchronisiert, aus ihnen Ensembles bildet und damit auf die Bewegungsqualität der Moves fokussiert. Die so entstandene Welt von FUNK EX MACHINA ist eine düstere: Tänzer bewegen sich in einem System, das aus Kabeln, Tunneln, Lichtreflexen und Sounds technisch zusammengesetzt ist und dessen Kontrollzentrum sich scheinbar irgendwo draußen befindet. Körper steuern und werden gesteuert; eine sichtbare Machthierarchie bestimmt die Szene, ist aber nicht durchschaubar. Alles deutet auf das Superego von Außen hin, das Bewegungen kontrolliert und reguliert, aber gerade die Ziellosigkeit der Macht scheint ihr Wesen zu sein. Die Ausbrüche des Individuellen und die Erinnerungen an das Menschliche sind die Mittel der Regulierten, das Nicht-Aufgeben ist ihre Gegenwart. Und wenn dann doch der Funk die Szene bestimmt, sind die Verhältnisse wieder offen.CHOREOGRAFIE Johnny Lloyd MC Samy Deluxe MUSIK + LIVE-SAMPLING Sebastian Winkler, Sven Kacirek BÜHNE Oliver Helf KOSTÜME Bent Angelo Jensen (Herr von Eden) LICHT Dennis Döscher; Aga AhmedDRAMATURGIE András Siebold VIDEO Kirsten Rusche PRODUKTIONSLEITUNG Julia von Dohnany (Crossover e.V.), Stefan ScheuermannTANZ Joel Gläfke, Johnny Lloyd, Prince M.I.K., Robozee, Lotta Schouten, Niels van Kleef BEATBOXING Guido Höper und ein Beatbox-Chor von Crossover e.V. und The Young ClassXTECHNIK BÜHNE Carsten Wiese, Marian Regdosz, Onno Kleist, Björn Schenk / TON Paul Ratzel, Lars Egge MüggenburgEine Produktion von Kampnagel in Kooperation mit Crossover e.V. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes im Rahmen der Reihe MusicTheatreSamples.



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