Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Internationales Sommerfestival 2021
The Future of Code Politics – Tag 3:

u.a. mit Nnedi Okorafor, Kate Crawford, Indigenous AI, M.A.M.I., CodingRights

 
  • © Clarote
Digital / Theorie / Rollstuhlgerecht / Online
  • So, 15.08.2021 12:00 [auch Online]
    Kampnagel – P1

Neue Zukunftsvisionen von künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Codes.

THE FUTURE OF CODE POLITICS ist ein 3-tägiger Schwerpunkt zu neuen Perspektiven auf Technologien und ihre gesellschaftspolitischen Auswirkungen: Im Mittelpunkt der Debatte um Künstliche Intelligenz, Codes und algorithmische Systeme stehen in Europa meist Fragen nach Effizienz und technischem Fortschritt – selten geht es um Resilienz und Nachhaltigkeit. Aber der Einfluss neuer Technologien auf soziale Systeme, Politiken, gesellschaftliche Prozesse und unser Zusammenleben nicht erst seit der Pandemie massiv. Technologien schaffen neue Realitäten und verfestigen Strukturen, die längst abgeschafft zu sein schienen. Sie können diskriminieren, haben ökologische Folgen, sind in neo-kolonialen Strukturen verankert, und das Machtmonopol über unsere Daten liegt bei großen Tech-Firmen. Diese Technologien bilden dabei aber Infrastrukturen, die unser Leben für die Zukunft ordnen und die Bedingungen unseres Zusammenlebens nachhaltig bestimmen.

THE FUTURE OF CODE POLITICS stellt darum jetzt Protagonist*innen in den Mittelpunkt, die sich genau mit diesen, für Laien oft undurchsichtigen, Strukturen kritisch und aus oft marginalisierten Perspektiven auseinandersetzen. Die eingeladenen Speaker*innen und Künstler*innen arbeiten an der Dekolonisierung von Technologien und an transfeministischen Zukunftsvisionen, und sie zeigen die gesellschaftlichen und planetaren Kosten der technologischen Infrastruktur unserer täglichen Umgebung auf.

Das Programm aus Vorträgen, Diskussionen, Workshops und künstlerischen Interventionen entsteht in Kooperation mit Sommerfestival Kuratorin Lena Kollender, der Gründerin der Ethical Tech Society Lorena Jaume-Palasí, der Techniksoziologin Fiona Krakenbürger und den global vernetzten Initiativen CodingRightsMusea M.A.M.I. und Indigenous AI.

Digitaler Programmflyer HIER zum Download.


PROGRAMM AM SONNTAG, 15. AUGUST:

M.A.M.I.: THE POST PATRIARCHY MUSEUM / CURATED BY M.A.M.I. & CODINGRIGHTS

M.A.M.I. ist ein Online-Museum, eröffnet im spekulativen Jahr 3021, das den Fall des Patriarchats am 19. Februar 2052 feiert. Bei dem virtuellen Museum handelt es sich um eine fortschrittliche kollektive Technologie, die aus einem in Lateinamerika/Abya Yala verwurzelten Technofeminismus hervorgegangen ist. Wenn wir durch die virtuellen Galerien von M.A.M.I. gehen, können wir eine Reihe von Kunstwerken und archäologischen Stücken bewundern, die von Feminist*innen als Antwort auf die, inzwischen ausgestorbene, patriarchale Gewalt geschaffen wurden. Diese hat im 20. und 21. Jahrhundert verschiedene Formen angenommen, dazu zählen Rassismus, Lesbenfeindlichkeit, Fettfeindlichkeit, Kolonialismus, Sexismus, trans* Feindlichkeit und andere. M.A.M.I. ist ein spanisches Wort, aber das Akronym M.A.M.I. kann verschiedene Formen und Interpretationen annehmen: Museum of Art from Melting Injustices (Museum für Kunst aus schmelzenden Ungerechtigkeiten); Museum of Archeology of Misoginous Injuries (Museum für die Archäologie missbräuchlicher Verletzungen); Memorial of Ancestral Messy Interactions (Denkmal der chaotischen Interaktionen unserer Vorfahren); Museum of Art from Mistic Irreverence (Museum für Kunst aus Mystischer Respektlosigkeit); Museum Against Machism Indigestion (Museum Against Machistische Verdauung) und so weiter. Mehr auf museamami.org

 

M.A.M.I.: COLLECTION WORKSHOP

12:00 / 120 min. / workshop live at Kampnagel
In einem fiktiven Jahr 3021 angesiedelt, leitet dieser Workshop die Teilnehmer*inne dazu an, kollektiv zu denken und Ausdrücke einer – 3021 bereits überwundenen – patriarchalen Gewalt zu benennen. In dieser spekulativen Zukunft wurde das Patriarchat durch hacktivistische Strategien aus außereuropäischen Räumen überwunden. Die Teilnehmer*innen studieren feministischen Kunstwerke und Aktivismus aus dem längst vergangenen 20. Jahrhundert, um anschließend gemeinsam eine virtuelle Sonderausstellung zu feministischen, technologiekritischen Arbeiten kuratieren. Diese Ausstellung wird zu der M.A.M.I. Sammlung hinzugefügt und dort einsehbar sein. Der Workshop wird von Lucía Egaña Rojas und Clarote geleitet.

 

M.A.M.I. PANEL: CONVERSATIONS WITH THE FUTURE / CURATED BY M.A.M.I. & CODINGRIGHTS

15:00 / 60 min. / hybrid panel with participants on and site via livestream at P1 & online
Diese Panel ist in einem fiktiven Jahr 3021 angesiedelt, einer spekulativen Zukunft in der das das Patriarchat durch hacktivistische Strategien aus dem globalen Süden abgeschafft worden ist. Feministische Künstler*innen und Aktivist*innen aus dem Jahr 3021 analysieren die historischen Abläufe im 20. Jahrhundert und teilen ihre Erfahrungen aus der post-patriarchalen Zukunft im Jahr 3021. Welche Fragen wollen wir unseren Nachkommen stellen: Wie ist es, in einer Welt zu leben, in der das rassistische Patriarchat nicht mehr existiert? Welche Werte bleiben bestehen? Wer regiert? Welche Technologie ist am weitesten verbreitet? Gibt es das Internet noch? Wie kommunizieren wir? Wie wurde es geschafft, den Klimawandel zu überwinden? Mit Lucía Egaña und Neema Iyer, Constanza Figueroa, Loreto "Maka" Bravo und Joana Varon.


A CONVERSATION BEWTWEEN KATE CRAWFORD & NNEDI OKORAFOR

16:30 / 60 Min. / streaming at P1 & online
Die nigerianisch-amerikanische Autorin und eine der wichtigsten Vertreterinnen des Africanfuturism und Africanjujuism, Nnedi Okorafor, ist weltweit bekannt u.a. für Ihre Romane WHO FEARS DEATH (das derzeit HBO als TV Serie verfilmt wird), die BINTI Trilogie und ihre Arbeiten für Marvels BLACK PANTHER: LONG LIVE THE KING und WAKANDA FOREVER. Kate Crawford ist eine der führenden internationalen Forscher*innen zu sozialen, politischen und ökologischen Auswirkungen von künstlicher Intelligenz und Autorin von dem kürzlich erschienenen „Atlas of AI“, das die materiellen, planetarischen und arbeitsrechtlichen Auswirkungen von AI eindrucksvoll beschreibt. Außerdem war sie an den kollaborativen Kunstprojekten EXCAVATING.AI und ANATOMY OF AN AI SYSTEM beteiligt, die u.a. im Museum of Modern Art in New York und dem V&A Museum in London gezeigt wurden. Zum Abschluss der Konferenz sprechen Nnedi und Kate über ihre jeweils letzten Bücher, REMOTE CONTROL und ATLAS OF AI und über das Verhältnis von Natur, Kultur und Technologie.

CLOSING PANEL

18:00 / 40 min. incl. Q&A / hybrides Panel with participants on site and via livestream at P1 & online
Abschlusspanel mit den Co-Kurator*innen der Konferenz, Lorena Jaume-Palasí, Fiona Krakenbürger, Joana Varon (für CodingRights / M.A.M.I.), Suzanne Kite (für Indigenous AI, kurzfristig wegen Krankheit abgesagt), Lena Kollender (Sommerfestival) und Lucía Egaña Rojas (Musea M.A.M.I.).


 

PROGRAMM AM FREITAG, 13. AUGUST u.a. mit Vanessa Nakate, Timnit Gebru, Indigenous AI,...

PROGRAMM AM SAMSTAG, 14. AUGUST u.a. mit Indigenous AI, Wendy Chun, Jillian York,...


  • In Zusammenarbeit mit: Lucía Egaña Rojas (Musea M.A.M.I.), Suzanne Kite (Indigenous AI), Joana Varon (CodingRights)
  • Konzept & Kuration: Lorena Jaume-Palasí, Lena Kollender, Fiona Krakenbürger
  • Englische Untertitelung: Substream
  • Inspizienz: Finja Zlim
  • Onlinekoordination: Sophie Blomen

IN ZUSAMMENARBEIT mit der Allianz Kulturstiftung
​IN KOOPERATION mit der Nemetschek Stiftung und dem Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung.

MIT UNTERSTÜTZUNG VON Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V.


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