Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

Liebe Besucher:innen, bis zum 10. Januar finden keine Veranstaltungen statt. Wir informieren Sie auf der Webseite über mögliche Verschiebungen und per Email über das Prozedere für die Ticket-Rückerstattungen.

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Burning Issues Meets Kampnagel:
Performing Equality

 
  • © Daniel Kalinke
  • © Daniel Kalinke
Theorie / Rollstuhlgerecht / Digital
  • Fr, 30.10.2020 16:00 [auch Online]
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    Anmeldung
  • Sa, 31.10.2020 14:00 [auch Online]
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  • So, 01.11.2020 15:30 [auch Online]
    Mehrere Hallen
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2018 von Lisa Jopt und Nicola Bramkamp initiiert, ist BURNING ISSUES das Forum, das bundesweit Künstler*innen und Medienschaffende zusammenbringt, um die Branche gerechter zu gestalten und Fragen zu stellen. Wie viele Geschlechter kennt das Theater eigentlich? Welche Rolle spielen Faktoren wie Klasse oder Alter im Laufe einer Theaterkarriere? Wie überschneiden sich struktureller Rassismus und Sexismus im Kulturbetrieb? Wie können Institutionen Barrieren abbauen und solidarisch agieren? In Vorträgen, Diskussionen, künstlerischen Interventionen, Performances und Netzwerkformaten werden geschlechterspezifische Hierarchien an Stadttheatern und freien Produktionshäusern, in Ensembles und Kollektiven, auf und hinter der Bühne durchleuchtet. Die Überschneidungen unterschiedlicher Ausschlüsse im Kulturbetrieb stehen dabei im Fokus: BURNING ISSUES ist nicht nur ein Ort der Vernetzung, sondern auch ein Raum zum Lernen voneinander und zum gegenseitigen Beflügeln. Die bundesweite Konferenz für Geschlechtergerechtigkeit in der Kultur- und Theaterbranche wurde in Bonn begründet, war letztes Jahr beim Berliner Theatertreffen zu Gast – und findet 2020 in einer Kooperation mit Kampnagel in Hamburg statt.

Das allgemeine Hygienekonzept für Besucher*innen finden Sie hier.

#KONFERENZ #GESCHLECHTERGERECHTIGKEIT #THEATER #KULTURBETRIEB

DAS Programm:
 

FREITAG, 30.10.
 

16:00   Come Together und Akkreditierung (FOYER)

18:00   “Die vertrauensvolle Eröffnung” (K6) (Livestream)

Ein paar kurze, persönliche Worte vorab von:

Yvonne Büdenhölzer (Leiterin Theatertreffen Berlin), Maria Nübling (Dramaturgin Theatertreffen, Mitinitiatorin theater.frauen), Lisa Jopt (Initiatorin), Nicola Bramkamp (Initiatorin), Alina Buchberger (Dramaturgin Kampnagel)

Seit der ersten Burning Issues Konferenz am Theater Bonn 2018 gab es einen Zeitslot, der nur Frauen zugänglich ist. Aber auch Burning Issues lernt dazu. Dieses Jahr heißt es: FLINT* und solidarische Allies. Die kleine Eröffnung soll ein sicherer Raum für Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht binäre und trans Personen sein, heißt aber grundsätzlich auch Verbündete aller Geschlechter willkommen.

ab 18:30   “Wem gehören unsere Körper?” Keynote von Tucké Royale / K6 (Livestream)

Tucké Royale ist beunruhigt ob der Einverleibung identitätspolitischer Kämpfe und deren häufiger Verflachung mit Eingang in die Spielpläne. In der Selbst-befragung, wie künstlerische Autonomie gewahrt und Zeugnis abgelegt werden kann, denkt er darüber nach, diesem Ausverkauf zu entsagen und einer „Neuen Selbstverständlichkeit“ entgegen zu gehen, um über Lautstärke, Inhalte und Teilhabe selbst zu bestimmen. Tucké Royale arbeitet als Schauspieler, Regisseur, Musiker und Autor für Theater, Film und Hörspiel. Seine Arbeiten, z.B. die Kampnagel-Koproduktion „Mit Dolores habt ihr nicht gerechnet – ein jüdisch queeres Rachemusical“ und „Neubau – ein Heimatfilm“, stehen im Zeichen konstruktiver Realitätserweiterung und sind performative Erfindungen.

          “Gegen die Unterbrechungen” Keynote von Monika Gintersdorfer / K6 (Livestream - nur während des Forums verfügbar)

Es kann jederzeit passieren: Visaverweigerung, Corona-Reisebeschränkungen, politische Instabilität, familiäre Verpflichtungen, Krankheit. Viele unvorher-sehbare Ereignisse führen zu Unterbrechungen der künstlerischen Arbeit oder krassen Karriereknicks, die verschiedene Gruppen unterschiedlich hart treffen. Trotz dieser Hindernisse versucht Monika Gintersdorfer mit ihren Gruppen “LA FLEUR” und “Gintersdorfer/Klaßen” in transnationaler Zusammenarbeit und Solidarität, Austausch und Zusammenhalt aufrecht zu erhalten, um so Absicher-ungsstrategien zu etablieren. Der populäre Begriff “Nachhaltigkeit” ist schon längst Kennzeichen und informelle Praxis der freien Szene, auf das die Struk-turen des Kulturbetriebes allmählich zu reagieren beginnen.

Im Anschluss Q&A mit Tucké Royale und Monika Gintersdorfer.

20:45   Film “Millis Erwachen” von Dr. Natasha A. Kelly (K6)

Mit Blick auf Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Schlafende Milli“ (1911) interviewt Dr. Natasha A. Kelly acht Schwarze Frauen, die davon berichten, wie sie in und durch ihre künstlerische Arbeit die gängigen kolonialtradierten Ste-reotype überwunden und ihre eigene selbstbestimmte Identität als Schwarze Frauen innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft ausgeformt haben. Sie berichten von ihren Herausforderungen in und mit deutschen Kunst-institutionen, von visueller Repräsentation und politischer und sozialer Aus-grenzung. Wo lässt sich auf ihren Erfahrungen aufbauen?
Welche Strategien können zusammengebracht werden?

Im Anschluss Q&A mit zwei der acht Protagonist*innen: Maseho und Zari Harat (Livestream)

SAMSTAG, 31.10.
 

09:30   Come Together und Akkreditierung (FOYER)

11:00   Eröffnung, Moderation: Şeyda Kurt / K6 (Livestream)

Amelie Deuflhard (Intendantin Kampnagel) 

Grußwort von Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien (Videobotschaft) und Katharina Fegebank, zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg

Nicola Bramkamp & Lisa Jopt (Initiatorinnen)

12:00  Keynote von Benita Bailey (via Videoliveschaltung) (Livestream)

Benita Bailey, Schauspielerin, vom Performance Netzwerk „Lable Noir“. „Lable Noir“ ist ein afrodeutsches Künstlerkollektiv und sieht seine Hauptaufgabe darin, einen künstlerischen Raum zu schaffen, in dem Hautfarbe und/oder Herkunft schwarzer Schauspieler:innen, nicht darauf beschränkt wird Fremdheit und Exotik zu generieren, während die Hautfarbe und/oder Herkunft weißer Schauspieler:innen universelle Bedeutung hat.

“Wie kann weißer Feminismus Teil der intersektionalen Debatte werden?” von Dr. Natasha A. Kelly (Livestream)

Eine Schwarze Feministin war Dr. Natasha A. Kelly in der Praxis schon immer, die Theorie kam später durch ihre wissenschaftliche Arbeit hinzu. Die promo-vierte Kommunikationssoziologin, Autorin und Künstlerin zeigt auf, warum intersektionale Theorie und Praxis untrennbar miteinander verbunden sind. Gleichzeitig geht sie dem Rassismus in der deutschen Frauenbewegung auf den Grund und skizziert, wie weiße Frauen den Feminismus für sich vereinnahmt haben und warum es wichtig ist, dass sie Teil der Intersektionalitätsdebatte werden. 

Im Anschluß gemeinsames Q&A, Moderation: Şeyda Kurt

Şeyda Kurt ist Moderatorin, Autorin und Journalistin. Sie ist Kolumnistin beim Online-Theatermagazin nachtkritik.de. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Kultur, intersektionaler Feminismus, (Anti)Rassismus und Innenpolitik.

 

14:00   Marktplatz der Möglichkeiten / Westfoyer (Insta-Live via @burning_issues)

Das Herzstück der Konferenz: Auf dem MARKTPLATZ DER MÖGLICHKEITEN präsentieren Initiativen und Verbände, die sich für Gleichstellung engagieren, ihre Arbeit. Das Ziel: neue Mitstreiter*innen
und Kompliz*innen finden. So wächst eine künstlerische Plattform der Vernetzung, der politischen Bildung, des Diskurses und der Vermittlung. Hier ist eine Liste mit allen Verbänden und mehr Infos.

14:00-18:00  Interviews mit den Aktivist*innen  (K6)

Moderation: Alina Buchberger, Uta Lambertz, Nicola Bramkamp, Lisa Jopt

14:00-18:00   Fotoaktion: Soft & Radical  (WESTFOYER)

Lust auf ein Shooting? Naomi Sam und Vanessa Hartmann bauen und bespielen ein Fotoset zum Eintauchen in Traumwelten und die Möglichkeit sich mal richtig in Szene zu setzen. Fotografin Rebecca Rütten und Ultra Beauty Operators Naomi Sam und Lisa Jopt lassen uns leuchten.

19:30   “Ein Stift kann eine Bühne sein” Keynote von Doris Dörrie (K6) (via Videoliveschaltung) (Livestream)

Schreiben als Möglichkeit, sich im eigenen Leben zu verankern. Schreiben als Erkenntnis, wie einzigartig die eigene Biografie ist, wie besonders unsere Exis-tenz. Aber auch als Technik, um Scham und Unsicherheit zu überwinden und Konsum durch Kreativität abzulösen. Die Regisseurin und Autorin (“Leben, schreiben atmen: Eine Einladung zum Schreiben”) Doris Dörrie gibt eine Anleit-ung zur Selbstwirksamkeit. Denn: das Private ist politisch – also ran an den Stift! Parallel zu ihrer Filmarbeit veröffentlicht Doris Dörrie Kurzgeschichten, Romane und Kinderbücher. Sie leitet den Lehrstuhl „Creative Writing“ an der Filmhochschule München.

20:00   Feuertonne: ONE MOTHER #ziehteuchwarman (PIAZZA)

Das intersektionale Kollektiv feiert die Erfolge und Feste wie sie fallen und heizt auch zum Novemberbeginn so richtig ein. Die beiden Gründerinnen Preach und Natascha P. haben richtig heiße Kohlen im Feuer!

20:45   Film “All I Never wanted” von Annika Blendl und Leonie Stade 

Vier Frauen kämpfen um ihren Platz in der heutigen Mediengesellschaft: Das Model Nina (17), lässt für die Chance auf einen Karrierestart in Mailand ihr Abi sausen. Die TV-Serienheldin Mareile (42), wird durch eine Jüngere ersetzt und muss sich am Provinztheater neu behaupten. Das Regieduo Annika und Leonie begleitet Nina und Mareile und muss sich entscheiden, ob sie sich korrumpieren lassen, um ihrem Film zum Erfolg zu verhelfen. Am Ende steht die Erkenntnis: Wo die Eitelkeit anfängt, hört der Verstand auf. Eine satirische Tragikomödie mit dokumentarischen Elementen, basierend auf wahren Begebenheiten.

SONNTAG, 01.11.
 

09:30   Come Together und Akkreditierung (FOYER)

11:00   Lecture: Widerständige Praxis – Artistic Research Goes Gender (K6) (Livestream)

von Katharina Alsen & Sabina Dhein 

Das (wilde) Forschen geht der (normierten) Wissenschaft voraus, wie der Soziologe Bruno Latour feststellt, denn „Forschung ist Dschungel, Wissenschaft ist Park“ (Scheller 2014). Wie groß und bunt der metaphorische Dschungel im Rahmen künstlerischer Forschung ist, lässt sich erahnen. Wie viele unsichtbar gemachte Perspektiven sich darin befinden, lässt sich befürchten. In dieser Lecture befragen wir verschiedene Praktiken der Artistic Research nach impliziten und expliziten Kommentaren zu Geschlechter(un)gerechtigkeit. Neben Methoden wie z.B. der des Cultural Hacking werden Reibungspunkte von Theater und Wissenschaft diskutiert und in einen gemeinsamen Kontext von Widerständigkeit zwischen Subversion und Affirmation gestellt. 

11:30   Panel: “Teaching Arts & Equality” (K6) (Livestream)

Wir wünschen uns eine offene und vielfältige Theater- und Kulturlandschaft. Viele Grundsteine für deren Entstehung werden schon in der Ausbildung gelegt. Aber wer hat eigentlich Zugang zu den künstlerischen Hochschulen? Wie reagiert eine moderne Ausbildung auf Studierende, die Anforderungen an den Lehrbetrieb stellen? Welche Hindernisse und Chancen zeigen sich in einer Öffnung der Ausbildungsinstitutionen für alle Menschen, die sich künstlerisch ausdrücken möchten? Wie können junge Menschen ermutigt werden, in der Kunst ein Mittel des (politischen) Ausdrucks zu finden? Und wie können Institutionen Barrieren abbauen und solidarisch agieren? 

Auf dem Podium diskutieren Lehrende und Studierende, die sich entweder persönlich oder als Funktionsträger*innen intensiv mit der Frage nach Gleichstellung auseinandergesetzt haben.

Mit:
Amélie Niermeyer, Leiterin des Dep. Schauspiel / Regie am Mozarteum, Salzburg
Salome Kiessling, Schauspielstudierende am Mozarteum, Salzburg
Jana Zöll, Schauspielerin & Performerin (per Videoliveschaltung)
Sarah Elisabeth Braun, Initiatorin des BIPoC-netzwerks

Moderation: Nicola Bramkamp

12:30   Ergebnisse von YOUNG BURNING ISSUES zur Diskussion (K6) (Livestream)

Im Anschluss Q&A.

14:15   “Working with Friction – Towards Intersectional Feminist Stages” Keynote von Sonya Lindfors /      (Livestream

Let‘s talk about friction! And paradoxes! And change! Die Welt verändert sich, und auch der Bereich der Kunst muss sich verändern. Die meisten Kunstinstitutionen sind immer noch exklusiv, homogen und weiß – wie können dekoloniale, antirassistische, intersektionale feministische Praktiken innerhalb dieser Institutionen ermöglicht werden? Und wie lässt sich Veränderungen bewirken? Sonya Lindfors ist eine kamerunisch-finnische Choreografin und Kuratorin aus Helsinki, Gründungsmitglied und künstlerische Leiterin von UrbanApa, einer interdisziplinären und gegenhegemonialen Kunstgemeinschaft, die eine Plattform für neue Diskurse und feministische Kunstpraktiken bietet. Ihr Stück COSMIC LATTE war 2019 auf Kampnagel zu sehen.

Die Keynote wird in englischer Sprache stattfinden.

Im Anschluss Q&A.

Sonya Lindfors gibt auch den Workshop “Decentralizing, Decolonizing and Dreaming” (Der TRIPLE D Workshop), Fr-30.10.-So-01.11.

 

Young Burning Issues / K1

Erstmalig gibt es in diesem Jahr ein junges Parallelprogramm, das von Kulturschaffenden in Ausbildung und Berufsanfänger*innen gestaltet wird. Young Burning Issues ist aus der Initiative von Bühnen- und Kostümbildstudierenden der HFBK und HFMT Hamburg entstanden, die mit der Gestaltung der Marktplatzstände für Burning Issues beauftragt wurden. Bei Young Burning Issues machen sie Probleme und Fragen sichtbar, die ihnen unter den Nägeln brennen. Für eine möglichst diverse Bandbreite an Akteur*innen wurden durch einen Open Call Studierende und Berufsanfänger*innen verschiedener Ausbildungsstätten eingeladen Programmpunkte zu gestalten. Die unterschiedlichen Positionen werden in Workshops, Vorträgen, performativen und musikalischen Beiträgen in der eigens dafür gestalteten Rauminstallation verhandelt.

YOUNG BURNING ISSUES Team: Christopher Dippert, Isabelle Edi, Lukas Fries, Christina Geiger, Johan-Pertti Hagelstein, Malina Raßfeld und Naomi Sam

YOUNG BURNING ISSUES wird gefördert durch die Claussen-Simon-Stiftung.


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Burning Issues ist ein Projekt des ensemble-netzwerks in Kooperation mit Kampnagel Hamburg und in Zusammenarbeit mit der HFMT Hamburg und der HFBK Hamburg. 

Gefördert durch die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke der Freien und Hansestadt Hamburg, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die Rudolf Augstein Stiftung und die Claussen-Simon-Stiftung.


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