Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Queer B-Cademy:
B-ING IS B-LIEVING

 
  • © Stefan Mosebach
  • © Kampnagel
Rollstuhlgerecht

Nach dem letztjährigen Erfolg der QUEER B-CADEMY steht das nächste Semester an und verführt mit neuem Input. Der Spielplatz für alle, denen das Leben zu düster geworden ist, der Ort der ehrlichen Absichten, vermittelt sein »b-kademisches« Wissen als Gegenstück zum akademischen Wissen und lädt zu einer weiteren Lektion in lebensbejahender und konstruktiver Systemkritik ein. Hinter dem Titel »B-ing is B-lieving« verbirgt sich die große programmatische Frage nach queerer Glaubwürdigkeit und dem Glauben an die Würde queerer Menschen. Ist ihr Dasein Grund genug, ihre Belange ernst zu nehmen? Fehlt es Queerness an sich an Ernsthaftigkeit? Alle, die jenseits normativer Vorlagen aufwachsen, kennen dieses Wechselspiel zwischen der eigenen Lust, wahrhaftig sie selbst zu sein, und dem ständigen Kampf, die eigene Menschenwürde verteidigen zu müssen. Performative Queers gelten als beliebt – ihr Witz ist scharf und auf dem Punkt – aber nur solange ihre lachende Maske sie schützt. Das dreitägige Blocksemester ist gespickt mit Workshops, Spielen, Konzerten, Performances, Talk-Shows und Club-Nächten der lokalen Hamburger Szeneakteur*innen, begleitet von ausgewählten internationalen Gästen. Sie alle drehen mal spielerisch, mal wütend am Perspektivenkarussell und schleudern ihre b-kademischen Erkenntnisse heraus, bis daraus eine vielschichtige Collage entsteht, in der sich zeigt, welches Potenzial Queerness für die gesamte Gesellschaft hat.

>>> PROGRAMM <<<
 

TICKETS: Eintritt wird einmalig pro Abend für alle VEranstaltungen erwürfelt (2-12 Euro)

 

Donnerstag, 07.02.2019

ab 19:00 / engl.+dt. / k4 
GAMECHANGERS – TUCKÉ ROYALE, DANCING SVEN UVM. (+FR +SA) 
Was war früher unser Lieblingsfach in der Schule? Richtig, die Große Pause. Denn während im Klassenraum das angeblich wichtige und richtige Wissen durchgepaukt wird, lernt man auf dem Pausenhof Social Skills. Deswegen macht die Queer B-Cademy Platz für queeres Wissen, was anderswo durchs Raster fällt. Lust auf eine Runde Queer Cluedo mit Dancing Sven? Oder Stadt, Land, Queer? Auf einem Spieleparcours lehren unsere GAME CHANGER marginalisiertes queeres Wissen anhand bekannter Spiele mit queerem Twist. Mit dabei ist auch Dr. Tucké Royale, der mit seinem von der letzten Queer B-Cademy bekannten und geliebten QUEER MEMORY dein queeres Gedächtnis trainiert. Come and play with us! Bullies not allowed! 

20:00 / engl.+dt. / kmh 
QUEER TALK – CARLTON MORGAN UND DANNY BANANY (+FR+SA)
Der Bildhauer und Performer CARLTON MORGAN gründete mit dem Queer B-Cademy Initiator DANNY BANANY die YouTube-Talk Show QUEER TALK für den Austausch von b-kademischem Wissen, queeren Lebenserfahrungen und gegenseitigem Empowerment. Bei B-ing is B-lieving werden sie an allen drei Performancetagen in einer Live Show mit ihren Gästen MAYA PHOENIX, JESSE DEMAL UND VIVIENNE LOVECRAFT das thematische Feld rund um Glaubwürdigkeit, Realness und Gültigkeit von queerer Realität erkunden. 

22:00 / kmh 
KONZERT: BLACK CRACKER
Ellison Glenn aka BLACK CRACKER, wuchs auf Mitlitärbasen in Texas und Deutschland auf, schmiss in New York sein Kunststudium und mischt nun seit einigen Jahren von Berlin aus die Kunstwelt als Multitalent zwischen Sound, Text, Video und Installationen auf. Vor über zehn Jahren fing er an als MC, Musikproduzent, Solokünstler zu arbeiten. Seitdem hat er drei Solo-Alben veröffentlicht, stand mit den verschiedensten Avant-Garde Künstler*innen, wie CocoRosie oder Blixa Bargeld zusammen auf der Bühne und tourt regelmäßig als Support-Act für Peaches oder mit seinem Jazz-Projekt Grand Pianoramax. Mit Tucké Royale (dieses Jahr auch wieder bei der Queer B-Cademy) und Hans Unstern formiert er das Performance-Band-Projekt Boiband. Für die Queer B-Cademy steht Black Cracker solo auf der Club-Bühne und läutet mit seinen düster-clubbigen Sounds und Lyrics zwischen Rap und Poetry, die erste Nacht der Queer B-Cademy ein.

ab ca. 23:00 / kmh
DJ SET: TUTKU
TUTKU steht am ersten Tag der Queer B-Cademy an den Turntables: TUTKU lebt seit über 10 Jahren in ihrer Wahlheimat Hamburg. Eigentlich für ein Psychologiestudium gekommen, was sie aber bald an den Nagel hing, hat sie seitdem in schon fast jedem Club der Stadt aufgelegt. Seit letztem Jahr versorgt sie die Stadt auf ByteFM regelmäßig mit ihren Premium-Mixtapes, ohne sich dabei auf ein Genre zu versteifen: von HipHop über Jazz, RnB und Arabesk bis Baile Funk. Damit hat TUTKU schon letztes Jahr die erste Clubnacht der B-Cademy zum Brodeln gebracht und beglückt uns auch dieses Jahr wieder mit B-Cademischen Sounds.

 

FREITAG, 08.02.2019

17:00-22:00 / Anmeldung erforderlich!
WORKSHOP YOU SEE... MIT JAMAL GERALD (+SA)
JAMAL GERALD aus Leeds, UK zielt seine dialogorientierten Arbeiten einerseits darauf ab, sich selbst vom eigenen Dogmatismus zu befreien und darüber andererseits auch andere Menschen zur Selbstreflektion zu bewegen. Mit sozialem Bewusstsein, einer Prise Humor und Feingefühl stellt der junge Autor und Performer vor allem Identitäten und Lebenserfahrungen in den Vordergrund und lädt zur Feier der Individualität ein. Queer B-Cademy hat ihn für das B-ing is B-lieving Semester eingeladen, um mit seiner 1-on-1 Performance "YOU SEE..." das gute alte Gespräch über Privilegien neu zu entfachen - in bester Gesellschaft, Atmosphäre und bei einem wohlschmeckenden Heißgetränk. Wie es sich eben gehört!

17:00 / ca. 2 Std. / engl. / p1 / Anmeldung erforderlich!
WORKSHOP TRANS*/MATTER/REALITIES - Assemblage und Lesegruppe zu Karen Barards »Transmaterialitäten« Xeno Entities Network mit Pedro Marum und Zander Porter

B-ing is B-lieving lädt XenoEntitiesNetwork zum Workshop. Karen Barad, theoretische Physikerin und feministische Philosophin, dekonstruiert in ihren Texten naturalisitische Sichtweisen, die unsere Vorstellungen von statischen Identitäten und Körpern prägen. Dafür zoomt sie in die atomare Zusammensetzung der verschiedenen Schichten des Universums hinein, um über die potentielle Queerness subatomarer Teilchen zu spekulieren. In ihrem Aufsatz diskutiert sie die elektrische Energie, die durch unterschiedliche Themen strömt: Blitze, die Ursuppe, Frösche, Frankenstein, Trans-Wut, queere Selbstgeburt, Quanten-Vakuum, virtuelle Teilchen, queere Berührungen, Bioelektrizität, Frankenfrösche und monströse Re/Generationen. Der Workshop ist ein Gemeinschaftstreffen zum informellen Austausch von Ideen, bei denen jede*r frei eingreifen und teilnehmen kann. Bitte bringt andere Texte oder Medien mit, die ihr teilen und diskutieren möchtet. Den Barad-Text findet ihr hierOriginal Assemblage am Gropius Bau von Pedro Marum, Lou Drago & Zander Porter. Assemblage für Queer B-Cademy von und mit Pedro Marum & Zander Porter.

19:00 / engl. +dt. / k4 
GAMECHANGERS – TUCKÉ ROYALE, DANCING SVEN UVM. (+DO +SA)
 

20:00 / Westfoyer / ca. 45 Min. / portugiesisch + engl. 
Attack TRRRAH Trans Opera – MAVI VELOSO MIT DYNNO DADA UND TINA ESCARLATINA (+SA)
Letztes Jahr noch war Mavi Veloso in der ersten Ausgabe der B-Cademy unter dem bescheidenen Titel „Experiment #1“ vertreten und brachte gewaltigen vokalen und körperlichen Einsatz auf die P1-Bühne. Die in Amsterdam lebende transdisziplinäre Künstlerin hat mittlerweile ihre Forschung zur Transition der Stimme und des Körpers weitergeführt. Attack Trrrah Trans Opera ist nun keine Arie mehr, sondern ein Terzett. Mavis Intensität wird durch Dynno Dada und Tina Escarlatina verdreifacht und gleichzeitig verfeinert. Es entstand eine starke und sehr persönliche Arbeit über ihre eigenen Erfahrungen als Trans- und nichtbinäre Personen und Migrant*innen.

21:30 / ca. 90 Min. / engl. + dt. / kmh 
QUEER TALK – CARLTON MORGAN UND DANNY BANANY (+DO +SA)
 

ab 23:00 / kmh 
PARTY: AFRO PRIDE
Mit Afro Pride folgt DJ WAXS seiner Vision, für eine gerechtere Ausgehlandschaft zu sorgen. Diese intersektionale Tanzparty ist nicht nur offen für queeres nicht-weißes Publikum, sondern liefert auch die besten Afro Beats und viele andere Sounds aus aller Welt. Afro Pride will gezielt lokale und internationale DJ*s einladen, um in Hamburg nachhaltig die queere Gemeinschaft zu stärken und inklusiver zu machen und verschiedene Menschen zusammenzubringen. Bei Afro Pride darf sich jede*r zu Hause fühlen, dem eigenen Style Ausdruck verleihen und radikale Verbundenheit praktizieren – mit einvernehmlichen Respekt und schamlosen Tanzbewegungen.

SAMSTAG, 09.02.2019

17:00-22:00 / Mit Anmeldung erforderlich!
WORKSHOP YOU SEE... MIT JAMAL GERALD (08. + 09.02.) 
 

14:00 - 18:00 / Anmeldung erforderlich!
WORKSHOP SEXPERIENCE MIT YOUSEF ISKANDAR (09.02.) 
Im Workshopraum geht es in die Sphären der Lust und der spirituellen Kraft der Sexualität. Während draußen das Yoga-Business boomt und weitere fernöstliche Praktiken zum neusten Shit der Selbstfindung erklärt werden, lädt Yousef erst mal zum Griff in den eigenen Schambereich ein. In jeglicher Hinsicht. Sexualität und Spiritualität sind laut Yousef Iskandar miteinander verbunden, aber oft geht uns vor lauter moralischer Altlasten diese Verbindung verloren. Er zeigt in SEXPERIENCE wie wir sie mit ganz naheliegenden Methoden wiedererlangen können. Wer bereit ist, die eigene Komfortzone zu hinterfragen, herauszufordern und zu verlassen, ist hier richtig: In kollektiver Nacktheit üben sich die Teilnehmer*innen gemeinsam in Intimität, Konsumkritik und Inklusivität.

19:00-20:00 / p1 
ALPHABET OF FAME - NAMEDROPPING GEGEN DAS (SCHNELLE) VERGESSEN - NURAY DEMIR
Nuray Demir ist Künstlerin / Kuratorin im Bereich der visuellen, darstellenden / performativen Künste. Ihre Praxis ist von einem forschenden und radikal transdisziplinären Ansatz gekennzeichnet. Sie beschäftigt sich in ihren Arbeiten insbesondere mit Debatten und Begriffen der feministischen und postkolonialen Theorie. Nuray Demirs Arbeit ist dabei von einem kritischen Blick auf soziale Ausschlüsse und komplexe hierarchische Verhältnisse gekennzeichnet; mit ihrem Werk entwirft sie künstlerische Irritationen und Gegenpositionen und formuliert damit einen Vorstellungs- und Ermächtigungsraum für soziale Gleichstellung. Die feministischen Gespenster spuken nicht erst seit gestern. Auch Kunst entsteht nicht im luftleeren Raum. In der Performance alphabet of fame erinnert Nuray Demir an Akteur_innen von Widerstand und Empowerment. alphabet of fame ist Namedropping zur Sichtbarmachung und gegen das (schnelle) Vergessen.

19:00 / engl. +dt. / k4 
GAMECHANGERS – TUCKÉ ROYALE, DANCING SVEN UVM. (+DO +FR)

20:00 / Westfoyer / ca. 45 Min. / portugiesisch + engl. 
ATTACK TRRRAH TRANS OPERA – MAVI VELOSO MIT DYNNO DADA UND TINA ESCARLATINA (+FR)

21:30 / ca. 90 Min. / engl. + dt. / kmh 
QUEER TALK – CARLTON MORGAN UND DANNY BANANY (+DO +FR)

23:00 / kmh 
KILLA
Schon letztes Jahr heizte sie mit Oracle: femme futurities den letzten Abend der Queer B-Cademy ein: KILLA wuchs mit einer strengen Diät von Beats und Swag auf, bevor sie 2010 nach Berlin zog, um dort die Clubs mit einer Mischung aus groovy 90s Techno und House und aktuellen Beats zu beschallen – natürlich immer und nur mit Vinyl. Seit 2017 ist KILLA DJ in Residence bei der queeren, feministischen und sexpositiven Partyreihe Lecken. Wenn sie nicht auflegt, co-organisiert sie verschiedene lokale und internationale Events und kuratiert u.a. in drer Griessmuehle und regelmäßig den Techno-Floor im Berliner Club SchwuZ.

 

SonnTAG, 10.02.2019 

13:00 / Westfoyer
B-runch
Sonntag ist Ruhe im Karton. Und nach drei Tagen B-Cademy nutzen wir diesen Tag wie im letzen Jahr für ein rituelles gemeinsames B-Runchen: Wie geht es uns am Ende der Woche? Sind wir in den letzten Tagen berührt, aufgerüttelt oder einfach nur beruhigt worden? Was bringt die nächste B-Cademy? Am letzten Tag der B-Cadamy laden wir zum gemeinsamen (veganem!) „Essen mit Gossip“. Mehr Solidarität geht nicht, denn Liebe geht durch den Magen!

Queere Praxis auch mit Josep Caballero García: MELANCHOLIA (28.02. - 01.03. / 20:00)

 


  • Konzept: Daniel Chelminiak alias Danny Banany
  • Raumkonzept: Daniel Kalinke, Sebastian Faßnacht
  • QUEER TALK: Fernsehballett mit: Charlotte Meyerhoff, Serena Stark, Francesco Minicione Scharnbeck

Gefördert im Rahmen des Bündnisses Internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten für Kultur und Medien und gefördert durch die Hamburgische Kulturstiftung und Rudolf Augstein Stiftung.


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