Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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This Ain't Africa:
DECONSTRUCTING CONTEMPORANEITY - CONFÉRENCE DANSÉE ZU TANZ UND ZEITGENOSSENSCHAFT

 
Theorie
  • Fr, 11.04.2014 12:00
    in englischer, französischer und manchmal deutscher Sprache
    Kampnagel – K1
  • Sa, 12.04.2014 12:00
    in englischer, französischer und manchmal deutscher Sprache
    Kampnagel – K1

Der Kongress DECONSTRUCTING CONTEMPORANEITY analysiert den Eurozentrismus als immer noch existierende Quelle von kulturellem Kolonialismus. Scheinbar harmlose Begriffe wie »afrikanischer Tanz« werden auf ihre repressive Bedeutung untersucht. Praktiker und Taktiker analysieren kulturelle Übersetzungen und verweisen auf die Gefahr der kulturellen Aneignung, denn allein der Begriff »zeitgenössisch« verweist auf koloniales Denken und benötigt eine kritische Analyse. Die zweite thematische Spur entwickelt sich entlang der aktuellen politischen Situation im Maghreb: Der »Arabische Frühling« hinterlässt eine Spur der Verbote für Künstler und lässt Tänzer ungewollt zu Revolutionären werden. Um der westlich-dominanten Linearität ein neues Wahrnehmungsvermögen zu bescheren, wird nicht nur analysiert, sondern auch praktisches Wissen vermittelt. Die postkoloniale Vordenkerin Gayatari Chakravorty Spivak spricht von der Notwendigkeit des Verlernens und fordert, dass westliche Intellektuelle
lernen müssen, von den Subalternen zu lernen, statt über sie zu sprechen. In diesem Sinne sind die »Unlearning-by-doing«- Workshops zu verstehen, die im Rahmen des Kongresses veranstaltet werden. Als
Besucher kann man sich im »subversiven Zuhören« üben und einen Einblick gewinnen in die Heterogenität postkolonialer Realitäten: Die Verhältnisse sind kompliziert und entsprechend kompliziert müssen die Lösungen sein. Im Verständnis Spivaks ist Dekonstruktion eine Methode, um politisch wirksame Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit effektiv zum Einsatz gebracht werden können: Eine hartnäckige Kritik an dem, was man nicht wollen kann. In diesem Sinne: Kommen Sie und verlernen Sie Ihre Privilegien!

 

FREITAG, 11.04.


12:00 Mariem Guellouz SCHLEIERTANZ AUF DEM VULKAN – Zeitgenössischer Tanz aus maghrebinischer
Sicht


13:00 Gabriele Klein Vortrag: OH – IT’S SO CONTEMPORARY! – Zeitgenossenschaft im Tanz

15:00 Saâdia Souyah Unlearning-by-doing-Workshop: MA’AT* FOR YOU AND ME AND EVERYBODY
(marokkanisches Tanzritual) *Ma’at bezeichnet den Ausgleich, der durch rituelle Heilungstänze herbeigeführt wird.

16:00 Round Table mit: Syhem Belkhodja, Oumaima Manaï, Taoufiq Izeddiou, Mariem Guellouz. Moderation: Amelie Deuflhard. LE CORPS REGLÈMENTÉ DANS LA CULTURE MUSULMANE. UNE NOUVELLE VAGUE EN COLONISATION? 

17:00 Mariem Guellouz, Saâdia Souyah MAGHREB INTERNATIONAL: UNFREIWILLIG UNDERGROUND?
Panorama über maghrebinischen Tanz und Produktionsweisen

 

SAMSTAG, 12.4.


12:00 Monika Gintersdorfer, Franck Edmond Yao: »PAIN IS FRENCH FOR BREAD« – Kulturelle Übersetzungen im Crash-Test


13:00 Unlearning-by-doing Workshop mit Franck Edmond Yao und Monika Gintersdorfer DECOLONISATION
FOR BODY AND MIND

15:00 Round Table mit: Amelie Deuflhard, Alex Moussa Sawadogo, Safia Dickersbach. Moderation: Mariem Guellouz.
ON APPROPIATION / DÉTOURNEMENT: Kannibalismus und Kolonialismus oder Die heimlichen Gewinner der
kulturellen Verwertung Afrikas


16:30 Hafiz Dhaou, Saâdia Souyah IMPROVISATION UND ANALYSE: Zeitgenossenschaft und Tradition im Tanz


Im Rahmen von Dance Dialogues Africa, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.


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