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Whose water is it anyway?
KUNST UND THEORIE ZU WASSER
Respekt. Hamburg hat ein spezielles Verhältnis zum Wasser. Wasser war seit jeher für Attraktivität und Reichtum der Stadt mitverantwortlich, im Hafen genauso wie im Tourismus. Gleichzeitig hat Wasser für die Hansestadt immer wieder auch eine Gefahr dargestellt. Beides führt dazu, dass hier Respekt vor einem Element herrscht, das uns zugleich nährt und bedroht.

Wasser war in vielen Kulturen ein poetisches und sogar transzendentales Medium. Heute ist an vielen Orten das Verhältnis zu Wasser von anderen Dingen geprägt. Wissenschaftler sind sich einig, dass Wasser das Schlüsselelement des 21. Jahrhunderts ist. Uneinigkeit herrscht lediglich darüber, ob Wasser das Gold oder das Öl der Zukunft ist. Der Zugang zu Trinkwasser gehört zu den Milleniums¬zielen der Vereinten Nationen. Bis 2015 soll alles besser werden. Doch für die meisten Vorhaben gilt bisher das Gegenteil - so auch für Wasser.

Im Wasser treffen sich brennende globale und geopolitische Fragen. Der Klimawandel verschärft viele Themen, die damit zusammenhängen: Dürren nehmen zu, ganze Regionen werden durch den ansteigenden Meeresspiegel unbewohnbar. Diese und andere extreme Naturereignisse vergrößern die Ressourcen-konflikte, um Zugang zu sauberem Trinkwasser in den klimatisch bewohnbaren, hochwasser¬sicheren Regionen. Neue Migration ist entstanden: Flucht zum und Flucht vom Wasser. Die nahezu universelle Tendenz alle Bereiche zu ökonomisieren, hat auch vor dem öffentlichen Gut Wasser nicht halt gemacht und internationale Konzerne als starke Akteure ins Spiel gebracht. Lokale Wasserversorgung wird mancherorts indirekt durch Flaschenwasser ersetzt, da beides von der gleichen Firma geliefert wird. Wasser ist gleichzeitig vielfältige Lebensgrundlage, zunehmende Bedrohung und viel versprechende Handelsware. Künstler und Wissenschaftler werden sich dem lebenswichtigen Element aus verschiedenen Perspektiven und mit ihren jeweils eigenen Methoden annähern.


KUNST& THEORIE
An vielen Abenden des Festivals ist das Programm so terminiert, dass Sie vor oder nach den Vorstellungen bei freiem Eintritt Gespräche mit hochkarätigen Experten oder andere Projekte zu unserem Schwerpunkt WASSER besuchen können. Bereiten Sie ihre Kunst-Theorie-Mischung selbst zu!


THEORIE

TONY ALLAN
Virtual Water - Warum in dieser Tasse Kaffee 140 Liter Wasser sind
Fr-13.08. /19:00

Tony Allan (School of Oriental and African Studies, University of London) hat vor vielen Jahren die Theorie des Virtuellen Wassers entwickelt. Sie erklärt, welche große Mengen Wasser wir indirekt durch die Dinge verbrauchen, die wir konsumieren. Das ist nicht nur naturwissenschaftlich interessant, sondern vor allem geopolitisch brisant. Tony Allen hilft mit „Virtual Water“ auch zu verstehen, warum es ganzen wasserarmen Regionen gelingt, nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen zu versinken: indem sie Wasser indirekt importieren.


MICHAEL OTTO & ERNST ULRICH VON WEIZSÄCKER
Wasser - Ressource und/oder Lebensgrundlage
Do-19.08. /19:00

Der Soziologe Ernst Ulrich von Weizsäcker (Co-Chair, International Panel for Sustainable Resource Management) hatte in seinem Bestseller „Faktor Vier“ gefordert, dass wir unsere Ressourcen viermal besser nutzen. Der Hamburger Unternehmer Dr. Michael Otto ist einer der Pionier-Unternehmer Deutschlands, der schon in 90er Jahren versucht hat, den nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt in seiner Firma als ein zentrales Unternehmensziel zu verankern. Der Druck für beide Vorhaben wird durch den Klimawandel immer stärker. Vor wenigen Wochen hat Weizsäcker sein neues Buch mit dem Titel „Faktor Fünf“ veröffentlicht.


STEFAN RAHMSTORF
Land Unter?
Do-26.08. /19:00

Als die letzte Eiszeit zu Ende ging, stieg die globale Temperatur um 4 bis 7ºC Grad an und zwei Drittel der damaligen Eismassen gingen verloren. In der Folge stieg der Meeresspiegel um 120 Meter. In den letzten zwölf Monaten lagen die globalen Temperaturen höher als je zuvor seit mehr als einem Jahrhundert. Auch der Meeresspiegel steigt immer weiter an - seit Beginn der Sattelitenmessungen um mehr als drei Zentimeter pro Jahrzehnt. Prof. Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung PIK), einer der international führenden Experten zu Klimawandel und Meeresspiegel, wird die zentrale Frage erörtern: Wie kann es weiter gehen? Mit Gletschern und Meeresströmungen, Malediven und Hamburg?

KUNST

EILAND Nehmen Sie Platz und tauchen Sie ein: mitten auf der Alster erwartet sie eine kleine Insel, eine Idylle fernab des städtischen Treibens. „Wem gehört das Wasser“? fragen Ligna in ihrem exklusiven Hör-Spiel.

...ALTHOUGH I LIVE INSIDE... Einen Tanz ums Wasser und rund um das Publikum inszeniert Choreografin Robyn Orlin, die selbst aus Johannesburg stammt, als ein mitreißendes Solo für Sophiatou Kossoko aus dem Benin.

FLOW SWARM FLOOD Das Londoner Laboratory of Insurrectionary Imagination
schlägt für knapp zwei Wochen seine Experimenttische in Hamburg auf. Die Aktivitäten der Gruppe gehen von einem pedalbetriebenen Kino bis zu einer stadtweiten Fahrrad-Performance.

THE PERFORMATIVITY OF MATTER Zu einer Reise in die Welt des Wassers und dem Phänomen von flüssigen Stoffen, die sie auf ihre unterschiedlichen physikalischen Gesetzmäßigkeiten untersucht, lädt die Britin Zoe Laughlin in ihrer Lecture Performance ein.

THE CROSSING Die Kraft und Schönheit des Elements Wasser zeigt der amerikanische Star-Künstler Bill Viola in seiner bildgewaltigen Videoinstallation.

THE SLEEP Ein apokalyptisches Szenario entwirft die New Yorker Big Art Group als faszinierend-verstörenden Theaterabend, der die Zerstörung der Natur durch den Menschen thematisiert.

FESTIVALZENTRUM Zum dritten Mal gestaltet die Hamburger Bühnenbildnerin Martina Stoian das Außengelände des Sommerfestivals und überrascht nach verschneitem Wäldchen und Rindenmulchfläche wieder für die thematisch passende Kulisse. Wir sind gespannt!


VIVA CON AGUA
Trinkwasserknappheit ist eines der größten sozialen Probleme des 21. Jahrhunderts. Für Viva con Agua ist diese Tatsache grundlegende Motivation zum Handeln. Seit fünf Jahren realisiert die Initiative Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika um möglichst vielen Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Für die dauerhafte Bereitstellung von sauberem Wasser und die Sicherstellung einer menschenwürdigen Sanitärversorgung werden verschiedenste Techno¬logien – wie Wasserspender auf Kuba, Tiefbohrbrunnen in Äthiopien, Quelleinfassungen in Ruanda, Latrinen in Kambodscha oder Regenwasser-Auffangsysteme in Kenia angewendet. Durch die Arbeit von Viva con Agua haben sich die Lebensbedingungen von über 50.000 Menschen weltweit nachhaltig verbessert!
Beim Sommerfestival wird das neue Viva con Agua Quellwasser erhältlich sein. Das Modell sieht ausschließlich Kooperationen mit regionalen Wasserabfüllern vor, um kurze Transportwege zu gewährleisten. VcA nutzt vorrangig Glas-Mehrwegflaschen und plant für den mobilen Konsum eine Umstellung von der PET-Flasche auf Biokunststoffe. Alle Einnahmen aus dem Verkauf fließen in langfristige Trink¬wasser¬projekte von Viva con Agua. Am Samstag, den 14. August um 19 Uhr stellt VcA aktuelle Projektvorhaben im Festivalzentrum bei freiem Eintritt den interessierten Besuchern vor.
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