Theater, Performance und Tanz in Hamburg - Kampnagel

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Fokus Tanz #7 Dancing Screen
DV8 / Michael Turinsky / Hafiz Dhaou / Franck Edmond Yao:

Hall of Videodances Part 3: Site By Site I

 
Digital / Tanz
  • Fr, 26.02.2021 18:00 [Premiere, Online]
  • Sa, 27.02.2021 24H [Online]
  • So, 28.02.2021 24H [Online]
  • Mo, 01.03.2021 24H [Online]
  • Di, 02.03.2021 24H [Online]
  • Mi, 03.03.2021 24H [Online]
  • Do, 04.03.2021 24H [Online]
  • Fr, 05.03.2021 24H [Online]
  • Sa, 06.03.2021 24H [Online]
  • So, 07.03.2021 24H [Online]

Zum StreamDer Begriff Videotanz etablierte sich im westlichen, zeitgenössischen Tanz der 1980-er Jahren, um Arbeiten zu beschreiben, die nicht für die Bühne gemacht, sondern mit der damals neuen Videotechnik explizit für die Kamera produziert wurden. Zahlreiche Choreograf:innen hatten bereits davor viele Experimente mit der Kamera gewagt, wie Maya Deren zum Beispiel. Später wurde der amerikanische Choreograf Merce Cunningham einer der prägenden Choreograf*innen dieses neu entstehenden Genres. Gemeinsame Techniken des Films und des Tanzes, wie Montage, Rhythmus und Tempo bilden die Grundlage für Formen des Videotanzes, die andere Perspektiven auf den Tanz eröffnen und auch neu definieren, wo er stattfindet und wie er vermittelt. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Demokratisierung durch digitale und soziale Medien und letztlich auch in Corona-Zeiten, in denen Choreograf:innen nach neuen hybriden Formaten für den Tanz suchen, hat sich der Videotanz durch CGI-Technik oder Mittel der Augmented Reality, die auf der Bühne nicht zur Verfügung stehen, ästhetisch wie politisch weiterentwickelt. Seit den ersten Experimentalfilmen bis heute hat die Synthese von Tanz und Film in einer Vielzahl unterschiedlicher Formate Ausdruck gefunden und dem zeitgenössischen Tanz nicht zuletzt auch zu Popularität verholfen. Der als Video existierende Tanz stellt außerdem Fragen nach Reproduktion, Autor*innenschaft, Eigentumsrechten an Choreografien, kultureller Aneignung und der Politisierung von Tanz.

 

Der FOKUS TANZ #7 stellt bereits existierende und für das Festival neu produzierte Videotänze gegenüber und lässt sie miteinander in Schwingung treten.

Site by Site I

Wenn Tanz und Video in eine Fusion treten, schaffen sie nicht nur neue ästhetische Spielräume, sondern transportieren und prägen auch anders soziale Kontexte als der Tanz auf der Bühne. Im Videotanz kann ein neues Verständnis von Tanz selbst, und dessen, was ihn ausmacht, entstehen. Tanz entsteht nicht im neutralen Raum, sondern in komplexen Kontexten und Räumen. Diese lassen, einmal aus der Bühnensituation herausgenommen, ein tieferes Verständnis für den Körper und die Bewegung sichtbar werden: Was initiiert die Bewegung? Wie wird sie ausgeführt? Wie fließen Energien durch den Körper? Videotanz heißt auch Erschließung neuer Räume: sei es eine Küche, eine Waldlichtung oder ein Swimmingpool. Sozusagen Body-Site-Specific: der Raum macht die Bewegung des Körpers.

Franck Edmond Yao alias Gadoukou la Star : LE-MANGER-DANSER   
Festival Uraufführung (2021)

Tanzen ist ein Genuss und Essen ist ein Genuss. Zwei Dinge, die Freude machen, die aber oft voneinander getrennt werden. Wir essen, und danach tanzen wir. Dabei ist Tanzen Leben und passt eigentlich zu jeder anderen Handlung, kann mit allem vermischt werden, ist jedermanns Freund. Die Trennung der Handlungen aufheben, aus dem Tanz heraus denken und handeln, auf der Suche nach der Intelligenz der Bewegung, der körperlichen Erfahrung. Auf der energetischen Basis des Coupé Décalé, der auch musikalisch auf einer Vermischung unterschiedlicher Einflüsse beruht, wirft Franck Edmond Yao alias Gadoukou la star Fragen nach dem Wie und Warum über Bord und sucht nach dem intuitiven Bruch eingeübter Systeme, sowie nach der körperlichen Aufladung mit zwei der schönsten Genussmittel. Bonne dégustation!

Franck E. Yao ist ein Pionier groß angelegter Afro-Tanzbattles in Abidjan. Gleichzeitig hat Yao eine performative Praxis in europäischen zeitgenössischen Kontexten, arbeitet seit 2005 bei Gintersdorfer/Klaßen als Performer, seit 2016 bei LA FLEUR als Ko-Leiter, und seit 2019 in der künstlerischen Leitung eigener Projekte an der Schnittstelle zwischen Diskurs, Performance und Tanz. Im Februar 2020 war Yao mit seiner Tanzschule zur Biennale Tanzausbildung auf Kampnagel eingeladen und fungierte gleichzeitig als Jurymitglied bei der ersten Fusion Dance Battle. Yao ist somit Experte und Schlüsselfigur der Öffnung des europäischen «zeitgenössischen» Tanzes für Black Dance Culture. Gadoukou la star ist außerdem Coupé Décalé Sänger und arbeitet in den Musikvideos stark choreografisch, so z.B. in seinem letzten Song «Joie de vivre» (2019). LE-MANGER-DANSER ist eine Videotanz-Neuproduktion für den Fokus Tanz.

DV8 – ENTER ACHILLES (1996)

Seit seiner Gründung 1986 begeistert das DV8 Physical Theatre aus London mit seinem rasanten und risikoreichen Tanztheater die Welt. Unter der Leitung von Lloyd Newson entstanden Choreografien wie „Enter Achilles“, die mit ihren radikalen und zugleich zugänglichen Ansätzen in die Tanzgeschichte eingingen. Ende der 1990er Jahren wurden sie darüber hinaus mit ihren Filmen bekannt. Der Film zu ENTER ACHILLES entstand 1996, acht Jahre vor der Produktion ihres wohl bekanntesten Filmes, The Cost of Living. ENTER ACHILLES ist eine zugleich witzige und skrupellose Erkundung von Psyche, Gruppendynamik und Formen der Männlichkeit, situiert in einem typisch britischen Pub, einer etwas schäbigen Kneipe mit nikotin-verfärbten Wänden. Popsongs kommen aus der Jukebox, Fußball läuft auf dem Fernsehbildschirm, und acht Männer albern herum, Biergläser in der Hand. Ihre mackerige gute Laune aber balanciert auf einer scharfen Messerkante, denn unter dem Kumpelgehabe liegt eine verstörende unterschwellige Angst und Unsicherheit, aus der heraus Schwäche brutal ausgebeutet wird und Gewalt Verletzlichkeiten überdeckt. 

Michael Turinsky: Narcissus beneath the surface (2011)

Der Choreograf und Philosoph Michael Turinsky setzt mit seinen Arbeiten regelmäßig neue Maßstäbe in Sachen «Crip choreography». Das ist ein Begriff, den Turinsky selbst geprägt hat und der eine kritische künstlerische Praxis benennt, die bei der Besonderheit der gelebten Erfahrung beginnt, bei ihrem Raum und ihrer Zeit, bei ihren Affekten und ihrer Libido, und über Behinderung, Politik und Ästhetik nachdenkt. Hervorgegangen aus diesen Ideen ist mit Narcissus beneath the surface ein bildmächtiger Film, der den antiken Helden Narziss aufgreift. Auf Narziss lastete der Fluch, auf der Oberfläche eines Sees sein eigenes Spiegelbild so sehr lieben zu müssen, dass er daran schliesslich starb. Michael Turinsky blickt in seinem Film unter die spiegelnde Wasseroberfläche, die Narziss‘ Verhängnis war, und sagt: „Ausgehend von dieser antiken Figur thematisiere ich Prozesse des Eintauchens, des Spiegelns und des Projizierens. Der Titel Narcissus beneath the surface spielt mit dem Begriff «projecten», der ein Terminus technicus im Tanz ist: Projizieren heißt Energie senden, ausstrahlen, aufmachen; wie ein Beamer mache ich auf. Narziss hat wie ein Beamer ein Bild geworfen, ein Bild nach außen in das Wasser, und dann ist er in das geworfene Bild eingetaucht.“ Turinskys Film geht weit über den Mythos von Narziss hinaus, thematisiert den Ausschluss von Andersheit und die Gewalt, die beim Entstehen einer klar umrissenen Identität ausgeübt wird, sei sie individuell oder kollektiv.

AÏCHA M’BAREK & HAFIZ DHAOU: (FÜG ECHAJRA) « SUR UN ARBRE PERCHÉ » (2005)

7 Min.

Das Choreograf:innen-Duo Aïcha M’Barek und Hafiz Dhaou ist für sein poetisches Bewegungsvokabular bekannt, das von ihrem Leben zwischen zwei Kulturen geprägt ist. Der Film FÜG ECHAJRA entstand während ihrer ersten Reise nach Kamerun in Zentralafrika. Voller Offenheit und ohne Orientierung erkundeten sie die rote Erde, die sie zu einem Baum führte, um ihm zuzuhören. Diese physische und zärtliche Begegnung endet mit dem mythischen Titelsong der großen Diva Salha, die nach der Unabhängigkeit Tunesiens 1956 gesungen wurde.  

Der Choreograf und Philosoph Michael Turinsky setzt mit seinen Arbeiten regelmäßig neue Maßstäbe in Sachen „Crip choreography“. Das ist ein Begriff, den Turinsky selbst geprägt hat und der eine kritische künstlerische Praxis benennt, die bei der Besonderheit der gelebten Erfahrung beginnt, bei ihrem Raum und ihrer Zeit, bei ihren Affekten und ihrer Libido, und über Behinderung, Politik und Ästhetik nachdenkt. Hervorgegangen aus diesen Ideen ist mit Narcissus beneath the surface ein bildmächtiger Film, der den antiken Helden Narziss aufgreift. Auf Narziss lastete der Fluch, auf der Oberfläche eines Sees sein eigenes Spiegelbild so sehr lieben zu müssen, dass er daran schliesslich starb. Michael Turinsky blickt in seinem Film unter die spiegelnde Wasseroberfläche, die Narziss‘ Verhängnis war, und sagt: „Ausgehend von dieser antiken Figur thematisiere ich Prozesse des Eintauchens, des Spiegelns und des Projizierens. Der Titel Narcissus beneath the surface spielt mit dem Begriff «projecten», der ein Terminus technicus im Tanz ist: Projizieren heißt Energie senden, ausstrahlen, aufmachen; wie ein Beamer mache ich auf. Narziss hat wie ein Beamer ein Bild geworfen, ein Bild nach außen in das Wasser, und dann ist er in das geworfene Bild eingetaucht.“ Turinskys Film geht weit über den Mythos von Narziss hinaus, thematisiert den Ausschluss von Andersheit und die Gewalt, die beim Entstehen einer klar umrissenen Identität ausgeübt wird, sei sie individuell oder kollektiv.

Der Choreograf und Philosoph Michael Turinsky setzt mit seinen Arbeiten regelmäßig neue Maßstäbe in Sachen „Crip choreography“. Das ist ein Begriff, den Turinsky selbst geprägt hat und der eine kritische künstlerische Praxis benennt, die bei der Besonderheit der gelebten Erfahrung beginnt, bei ihrem Raum und ihrer Zeit, bei ihren Affekten und ihrer Libido, und über Behinderung, Politik und Ästhetik nachdenkt. Hervorgegangen aus diesen Ideen ist mit Narcissus beneath the surface ein bildmächtiger Film, der den antiken Helden Narziss aufgreift. Auf Narziss lastete der Fluch, auf der Oberfläche eines Sees sein eigenes Spiegelbild so sehr lieben zu müssen, dass er daran schliesslich starb. Michael Turinsky blickt in seinem Film unter die spiegelnde Wasseroberfläche, die Narziss‘ Verhängnis war, und sagt: „Ausgehend von dieser antiken Figur thematisiere ich Prozesse des Eintauchens, des Spiegelns und des Projizierens. Der Titel Narcissus beneath the surface spielt mit dem Begriff «projecten», der ein Terminus technicus im Tanz ist: Projizieren heißt Energie senden, ausstrahlen, aufmachen; wie ein Beamer mache ich auf. Narziss hat wie ein Beamer ein Bild geworfen, ein Bild nach außen in das Wasser, und dann ist er in das geworfene Bild eingetaucht.“ Turinskys Film geht weit über den Mythos von Narziss hinaus, thematisiert den Ausschluss von Andersheit und die Gewalt, die beim Entstehen einer klar umrissenen Identität ausgeübt wird, sei sie individuell oder kollektiv.

Der Choreograf und Philosoph Michael Turinsky setzt mit seinen Arbeiten regelmäßig neue Maßstäbe in Sachen „Crip choreography“. Das ist ein Begriff, den Turinsky selbst geprägt hat und der eine kritische künstlerische Praxis benennt, die bei der Besonderheit der gelebten Erfahrung beginnt, bei ihrem Raum und ihrer Zeit, bei ihren Affekten und ihrer Libido, und über Behinderung, Politik und Ästhetik nachdenkt. Hervorgegangen aus diesen Ideen ist mit Narcissus beneath the surface ein bildmächtiger Film, der den antiken Helden Narziss aufgreift. Auf Narziss lastete der Fluch, auf der Oberfläche eines Sees sein eigenes Spiegelbild so sehr lieben zu müssen, dass er daran schliesslich starb. Michael Turinsky blickt in seinem Film unter die spiegelnde Wasseroberfläche, die Narziss‘ Verhängnis war, und sagt: „Ausgehend von dieser antiken Figur thematisiere ich Prozesse des Eintauchens, des Spiegelns und des Projizierens. Der Titel Narcissus beneath the surface spielt mit dem Begriff «projecten», der ein Terminus technicus im Tanz ist: Projizieren heißt Energie senden, ausstrahlen, aufmachen; wie ein Beamer mache ich auf. Narziss hat wie ein Beamer ein Bild geworfen, ein Bild nach außen in das Wasser, und dann ist er in das geworfene Bild eingetaucht.“ Turinskys Film geht weit über den Mythos von Narziss hinaus, thematisiert den Ausschluss von Andersheit und die Gewalt, die beim Entstehen einer klar umrissenen Identität ausgeübt wird, sei sie individuell oder kollektiv.

Der Choreograf und Philosoph Michael Turinsky setzt mit seinen Arbeiten regelmäßig neue Maßstäbe in Sachen „Crip choreography“. Das ist ein Begriff, den Turinsky selbst geprägt hat und der eine kritische künstlerische Praxis benennt, die bei der Besonderheit der gelebten Erfahrung beginnt, bei ihrem Raum und ihrer Zeit, bei ihren Affekten und ihrer Libido, und über Behinderung, Politik und Ästhetik nachdenkt. Hervorgegangen aus diesen Ideen ist mit Narcissus beneath the surface ein bildmächtiger Film, der den antiken Helden Narziss aufgreift. Auf Narziss lastete der Fluch, auf der Oberfläche eines Sees sein eigenes Spiegelbild so sehr lieben zu müssen, dass er daran schliesslich starb. Michael Turinsky blickt in seinem Film unter die spiegelnde Wasseroberfläche, die Narziss‘ Verhängnis war, und sagt: „Ausgehend von dieser antiken Figur thematisiere ich Prozesse des Eintauchens, des Spiegelns und des Projizierens. Der Titel Narcissus beneath the surface spielt mit dem Begriff «projecten», der ein Terminus technicus im Tanz ist: Projizieren heißt Energie senden, ausstrahlen, aufmachen; wie ein Beamer mache ich auf. Narziss hat wie ein Beamer ein Bild geworfen, ein Bild nach außen in das Wasser, und dann ist er in das geworfene Bild eingetaucht.“ Turinskys Film geht weit über den Mythos von Narziss hinaus, thematisiert den Ausschluss von Andersheit und die Gewalt, die beim Entstehen einer klar umrissenen Identität ausgeübt wird, sei sie individuell oder kollektiv.

Der Choreograf und Philosoph Michael Turinsky setzt mit seinen Arbeiten regelmäßig neue Maßstäbe in Sachen „Crip choreography“. Das ist ein Begriff, den Turinsky selbst geprägt hat und der eine kritische künstlerische Praxis benennt, die bei der Besonderheit der gelebten Erfahrung beginnt, bei ihrem Raum und ihrer Zeit, bei ihren Affekten und ihrer Libido, und über Behinderung, Politik und Ästhetik nachdenkt. Hervorgegangen aus diesen Ideen ist mit Narcissus beneath the surface ein bildmächtiger Film, der den antiken Helden Narziss aufgreift. Auf Narziss lastete der Fluch, auf der Oberfläche eines Sees sein eigenes Spiegelbild so sehr lieben zu müssen, dass er daran schliesslich starb. Michael Turinsky blickt in seinem Film unter die spiegelnde Wasseroberfläche, die Narziss‘ Verhängnis war, und sagt: „Ausgehend von dieser antiken Figur thematisiere ich Prozesse des Eintauchens, des Spiegelns und des Projizierens. Der Titel Narcissus beneath the surface spielt mit dem Begriff «projecten», der ein Terminus technicus im Tanz ist: Projizieren heißt Energie senden, ausstrahlen, aufmachen; wie ein Beamer mache ich auf. Narziss hat wie ein Beamer ein Bild geworfen, ein Bild nach außen in das Wasser, und dann ist er in das geworfene Bild eingetaucht.“ Turinskys Film geht weit über den Mythos von Narziss hinaus, thematisiert den Ausschluss von Andersheit und die Gewalt, die beim Entstehen einer klar umrissenen Identität ausgeübt wird, sei sie individuell oder kollektiv.<


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